zwietracht

Besonders Jugendliche mit Migrationshintergrund würden teilweise wenig Verständnis für die Maßnahmen in Corona-Zeiten zeigen, meldete der Feldkircher Bürgermeister Matt im VN-Interview. Diese Aussage verfehlt, meines Erachtens nach, die momentan wichtigste Aufgabe von politischen Mandataren in ganz Europa: für Zusammenhalt und Solidarität in der Bevölkerung zu sorgen, anstatt Zwietracht zu sähen. Jugendliche engagieren sich gerade überproportional häufig in Nachbarschaftsinitiativen, österreichweit haben 35 Prozent dieser engagierten Jugendlichen einen Migrationshintergrund. Anstatt über die Medien mit dem Finger auf Einzelne zu zeigen, wäre es angebracht, soziale Intelligenz und ein gewisses Faktenwissen zu kombinieren. Denn die Gründe des „Draußenseins“ vieler Jugendlicher sind komplex. So sind Familien mit Migrationshintergrund tendenziell sozio-ökonomisch benachteiligter, was zu enger und prekärer Raumsituation und wenig Rückzugsmöglichkeit führt. Die Zurverfügungstellung von fremdsprachigen Informationen und Hilfestellungen in „einfacher Sprache“ sind nicht flächendeckend gegeben, etc. Aus der Perspektive des Hauses mit Garten lässt sich die soziale Isolation wesentlich leichter ertragen. Jetzt sind kreative Lösungsstrategien und Einfühlungsvermögen gefragt, um (allen) Jugendlichen den Ernst der Lage zu vermitteln und somit uns alle besser zu schützen. Ich würde mir vom Bürgermeister wünschen, dass er es schafft, unseren Zusammenhalt zu stärken. Denn in Zeiten wie diesen heißt es #zemmaheba statt #zwietracht – bitte auch in Feldkirch!

Laura Fetz, MA BA, Feldkirch

zum Artikel: zemmaheba statt
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