Ein forstlicher Paradigmenwechsel?

Vor einigen Wochen verkündete der Landesforstdirektor sehr aktuell und fundiert u. a. die durch die Klimaänderung bedingte Notwendigkeit, sich vermehrt dem Laubholz bzw. der Laubwaldbegründung zuzuwenden. Mein Empfinden dazu war ein sehr positives. Endlich einmal nach Jahrzehnten weg von der wildkritischen „Tännelemanie“ des Waldvereins. Im Grenzbereich Alberschwende-Bildstein im großflächigen, stillgelegten Steinbruch und Umfeld haben sich die einstigen Landschaftswunden wieder mit überwiegend Laubmischwald sowie eingesprengten Fichten und Tannen überzogen. Ein Idealbild natürlicher Wiederbewaldung. Und heute, einige Wochen nach der zukunftsweisenden Aussage des obersten Forstchefs des Landes, sieht die Welt dort aber ganz anders aus: Fast alles an Laubwald wurde dort niedergemacht, bis auf einige Fichten und Tannenfragmente, die zwischenzeitlich zum Teil schon dem Sturm zum Opfer fallen mussten. Jedenfalls wurden dort die gesetzlich vorgegebenen Waldwirkungen wie nachhaltige Nutzwirkung (Laubwaldverlust!), Schutzwirkung, Wohlfahrtswirkung, Erholungswirkung sowie Lebensraumwirkung für Tiere und Pflanzen unverantwortlich vernachlässigt.

Hier ist offensichtlich eine ausschließlich Geld-orientierte „Seilschaft“ am Werk. Mein Appell an die am Wald interessierte Bevölkerung, Politik und Presse: Sehen Sie sich das an der Bildsteinerstraße selber an. Möglicherweise wird Ihnen dann auch bewusst, dass der Laubwald vor der Forstpartie
geschützt werden muss.

Arthur Beinder, Bildstein

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