Auflagen „vergessen“?

Zum Leserbrief „Das vergessene Gründach“ von Luise Müller, Feldkirch,
VN vom 7. 12. 2018:

Frau Müller aus Feldkirch findet offenbar meine Kritik am „vergessenen“ Gründach in Lingenau übertrieben, weil so ein Dach Kosten verursacht und die Firma doch Arbeitsplätze schafft. Dazu muss man aber wissen, dass dieses Firmen-
gebäude mitten auf eine grüne Wiese gestellt wurde, und so ein großer Bau dort sehr problematisch ist. Dabei geht es nicht um meinen persönlichen Geschmack – auch das Fachgutachten für Raumplanung und Baugestaltung sagte ganz klar, dass das nur mit einer Holzfassade und einem begrünten Dach akzeptiert werden könnte. Darüber wurde im Bewilligungsverfahren viel diskutiert, es ging also nicht um ein kleines Detail, das man leicht übersehen konnte.

Daher halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass dieses Dach einfach „vergessen“ wurde. Und das ist es, was mich wirklich stört: Dass hier einfach Tatsachen geschaffen werden, die von der Behörde hinterher akzeptiert werden sollen. Obwohl grundsätzlich von allen Leuten erwartet wird, dass sie ihre Bescheide einhalten – auch nachträglich und auch, wenn es damit teurer wird.

Natürlich brauchen wir Firmen und Arbeitsplätze. Es darf aber nicht sein, dass mit diesem Argument alle Eingriffe in die Natur gerechtfertigt werden. Und es sollte schon gar nicht sein, dass es sich lohnt, beim Bauen die Auflagen schlicht zu „vergessen“.

Katharina Lins,
Naturschutzanwältin,

Dornbirn

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