Die Diktatur des Kapitals

VN-Bericht vom 5. Mai 2015.
VN-Bericht vom 5. Mai 2015.

Als langjähriger Betriebsrat war ich schockiert, wie mit den demokratischen Rechten der wirtschaftlich abhängigen Belegschaft beim Mateschitz-Sender ServusTV umgegangen wurde. Wie ein Diktator hat er beschlossen, dass bei ServusTV die österreichischen Gesetze nicht gelten. Im Arbeitsverfassungs­gesetz steht deutlich: „Ab fünf Mitarbeitenden in einem Betrieb ist ein Betriebsrat zu wählen.“ Dies ist keine Bitte an die Gnade eines Herrschers, sondern eine Pflicht in einer funktionierenden Demokratie. Die abhängig Beschäftigten darüber abstimmen zu lassen, ist ein Possenspiel. Im nächsten Schritt müssen sie dann über eine 45-Stunden-Woche abstimmen, um die Vernichtung ihres Arbeitsplatzes zu verhindern. Red Bull verleiht Flügel. Wenn sich die Arbeitenden die demokratischen Mitspracherechte nehmen lassen, dann ist die Zeit nicht mehr fern, in der dann vielleicht nur noch ein testos­terongetriebener Narzisst die Gesetze in unserem Land bestimmt. Darum wehrt euch gegen diese Salamitaktik. Jedes abgeschnittene Scheibchen von unserer Demokratie ist in den Augen vieler Menschen nicht immer einen Aufschrei und eine konsequente Reaktion wert. Doch sollten wir uns dann nicht wundern, wenn eines Tages keine Salami (Demokratie) mehr vorhanden ist. Wehret den Anfängen und hütet unsere demokratischen Mitbestimmungsrechte wie euren Augapfel für eine lebenswerte Zukunft auch für Nichtmillionäre.

Erich Zucalli,
Im Äuele 27, Dornbirn

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