Doppelspiel

Nun haben wir also die Bescherung: Ein rechtspopulistischer Präsidentschaftskandidat hat ernsthafte Chancen, das höchste Amt im Staat zu ergattern. Und auch die Medien (Print wie elektronische) haben ihr Scherflein dazu beigetragen. Zunächst finden sie in allem ein Haar in der Suppe. Und dann wundern sie sich, ja entrüsten sich sogar, wie etwa Charles Ritterband in seinem Kommentar „High Noon“ (VN, 28. 4. 2016), darüber, dass die Wähler (so sie denn überhaupt ihr Recht in Anspruch nehmen) einen radikalen Wechsel wollen. Ein Beispiel zeigt, wie die Medien vielfach arbeiten. Beim Plebiszit über das Bundesheer wurde lamentiert, dass die Politiker keine Verantwortung übernehmen, weil sie die Frage dem Volk vorlegten. Wehe, wenn sie das nicht getan hätten. Dann wäre nämlich gejammert worden, dass das Volk in einer so gravierenden Frage nicht einbezogen würde. So wie’s ist, ist’s nicht recht. Fazit: Die Medien spielen ein Doppelspiel und sollen sich tunlichst an der Nase nehmen. Und nicht im Nachhinein so tun, als ob die allerorts greifbare Unzufriedenheit vom Himmel gefallen wäre.

Mag. Alois Summer,

Kreuzäckerweg 66,

Feldkirch

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