Kinder in die ­Mitte?

Zum Leserbrief „Familien­akademien“ von Rainer Barta, VN vom 13. 11.:

Dass ausgedehnte Krippenbetreuung von Kleinkindern ein Risiko für die psychische­ Gesundheit darstellt, ist keine „Debatte der 196oerJahre“, wie Herr Barta meint, sondern das Ergebnis aktueller Langzeitstudien
über die kognitive und sozioemo­tionale Entwicklung bei Tagesbetreuung,
z. B. USA, National institute of child health and development, 2007; Schweiz, ETH Zürich 2012. Als Konsequenz fordert der ärztliche Leiter des sozial­pädiatrischen Zentrums in Bielefeld, Dr. R. Böhm, als „Elemente einer kindorien­tierten Familienpolitik und ganzheitlichen frühen Entwicklungsförderung“: zeitliche und finanzielle Förderung von elterlicher Erziehung; konsequente Einführung hoher Qualitätsstandards in der Tagesbetreuung; Reduzierung von Gruppenbetreuung in den ersten 3 Lebensjahren. „Für eine gesunde Entwicklung brauchen Kinder besonders in den ersten drei Lebensjahren die Liebe und die Zeit ihrer Eltern“ (Dr. Böhm).

Nicht der möglichst „rasche Wiedereinstieg in den Beruf nach der Babypause“, wie Herr Barta meint, darf das Ziel sein, sondern vermehrte Bewusstwerdung der hohen Bedeutung der Erziehungsarbeit von Müttern und Vätern. Um Kinder stark zu machen, braucht es die Entwicklung des Urvertrauens, das in den ersten Jahren grundgelegt wird. Es liegt an der Politik, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, wenn es ihr mit einer nachhaltigen Kindergesundheit ernst ist und das Kindeswohl wirklich in die Mitte gerückt wird.

Dr. Gertraud Weggemann,
FA für Kinder- und Jugendheil­kunde, Rathausgasse 4, Bludenz

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