Welches Geschichtsbild beherbergt die Landesgedächtniskapelle?

Die Antwort ist schnell gegeben. Keines! Die Frage ist eher, wollen wir ein differenziertes Geschichtsbild aus der NS-Zeit oder wollen wir ein verschleiertes in Form eines allgemeinen Denkmals für alle Opfer von Krieg und Gewalt, welches zu alle dem noch vom Land Vorarlberg mitfinanziert wurde? Diese Frage stellt sich mir seit Bestehen der Gedächtniskapelle und insbesondere zum Tag des Denkmals. Dieses Landesdenkmal erweckt scheinbar den Eindruck, dass damit den Opfern aus dieser Zeit Genüge getan wurde.

Jedoch ist es wahrscheinlicher, dass es eher der Rehabilitation der Tätergeneration dient, wenn sich der Kameradschaftsbund daran beteiligt. Gerade dieses Allgemeine bedeckt und verschweigt noch so vieles aus dieser Zeit. Eine wirkliche Auseinandersetzung kann dadurch nicht entstehen, wenn nun alle Opfer gewesen sind. Ich wünschte mir eine Geschichtsdarstellung, welche nichts beschönigt, nichts weiß wäscht, nichts verharmlost, nichts verschweigt, nichts verleugnet und insbesondere nicht versucht, die Täter zu rehabilitieren. Ansonsten werden die tatsächlichen Opfer unkenntlich gemacht und verschwinden unbemerkt. Wenn wir diese ewig gestrige Geisteshaltung in unserer Gesellschaft beobachten, dann frage ich mich, ob es nicht an dieser Art des Umgangs mit unserer jüngsten Geschichte liegt, dass dieses Gedankengut in Österreich immer wieder so viel Zuspruch und Anhänger findet.

Otmar Baur, Schweizer

strasse 63a, Rankweil

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