Rascher impfen wäre zielführend

von Christa Dietrich
Produziert, aber ohne Aufführungsperspektive: „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke beim Theater Kosmos.  VN/RP

Produziert, aber ohne Aufführungsperspektive: „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke beim Theater Kosmos.  VN/RP

Theatermacher wollen praktikable Lösungen und Fragen zu Testungen geklärt haben.

Bregenz, Dornbirn „Es sieht so aus, dass die Maßnahmen nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, sondern dass Beliebigkeit herrscht“, bemerkt Hubert Dragaschnig im Gespräch mit den VN zu den nun geforderten Zugangstests. Für den Leiter des Bregenzer Theaters Kosmos stellt sich die Frage, ob solche Tests, die beim Besuch einer Veranstaltung bzw. einer Aufführung nicht länger als 48 Stunden zurückliegen dürfen, eine zielführende, praktikable und vernünftige Lösung sind. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie Abstandsregeln seien ohnehin vorgeschrieben und werden von Besuchern auch penibel eingehalten. Die verpflichtende Verwendung einer FFP2-Maske scheint ihm die bessere Maßnahme zu sein. „Ich verstehe nicht, warum diese nicht einfach an die Menschen ausgegeben werden, das wäre umgehend durchführbar.“ Wenn Veranstaltungsbesuche nur den Getesteten möglich sind, dann müsste klipp und klar angeführt werden, um welche Tests es sich handelt und wer sie überprüft. Dass es für den Zutritt in die Gastronomie keine Tests braucht, für Kulturveranstaltungen aber schon, das verstehe niemand.

Absolut kein Verständnis hat Dragaschnig auch für die Verzögerungen bei den Impfungen. Es mag Impfverweigerer geben, aber grundsätzlich hoffe man als zielführende Lösung doch darauf, dass möglichst rasch möglichst viele geimpft werden können. Das Theater Kosmos hat aufgrund des Lockdowns laufend Produktionen verschoben. Vor der letzten Theaterschließung Anfang November liefen die Endproben für die Aufführung des Stücks „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke. Vorläufig werde ein Premierentermin Anfang Februar fokussiert. „Auf Perspektiven vonseiten der Regierung warten wir noch.“

Lobbyismus

Die Verantwortung jedes Einzelnen bei der Eindämmung der Pandemie sei ein Thema, das Stefan Kasimir, Leiter des Theaters Unpop, auch persönlich sehr ernst nimmt. Eine andere und nicht von der Hand zu weisende Sache sei aber der Lobbyismus, den die Verordnungen erkennen lassen, wenn etwa ohne sachliche Argumente für die Kultur etwas gilt, wovon man in anderen Bereichen mit teilweise höherer Besucherfrequenz befreit sei.

Man habe die Mitwirkenden laufend getestet, nie einen Fall gehabt und zähle gewiss nicht zu den Renitenten, erklärt Aktionstheaterleiter Martin Gruber. Dem Theater selbst sei die Überprüfung der Besuchertests nicht zuzumuten. Da müssten sich die Verordner etwas einfallen lassen. Gruber kritisiert die Ungleichbehandlung, die sich durch die Auflagen im Kulturbereich zeigt, sieht in einer Impfung jedoch eine moralische Verpflichtung.

„Es sieht so aus, dass die Maßnahmen nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.“

„Ich sehe vieles ein, habe aber den Eindruck, dass nicht genau geprüft wird, was Sinn macht.“

„Ich wehre mich nicht gegen Tests, aber es zeigt sich wiederum ein Lobbyismus.“

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