Überraschungen in der Johanniterkirche

von Christa Dietrich
Wäre bis 31. Jänner zu sehen gewesen: Installation von Oliver Laric in der Feldkircher Johanniterkirche.  kuzmanovic

Wäre bis 31. Jänner zu sehen gewesen: Installation von Oliver Laric in der Feldkircher Johanniterkirche.  kuzmanovic

Arno Egger verrät es im Gespräch mit den VN: Eine Künstlerin und zwei Künstler bespielen den besonderen Ort.

Feldkirch Das Ausstellungsjahr 2020 war von vielen Lockdowns durchlöchert, und das neue hat damit begonnen, dass wiederum alles verriegelt ist. Dass ein Besuch einer Ausstellung in der Feldkircher Johanniterkirche absolut kontaktlos verlaufen kann und damit so sicher ist wie ein Spaziergang durch die Stadt, der auch in Pandemie-Zeiten möglich ist, in denen vernünftigen Menschen danach trachten, dem Coronavirus aus dem Weg zu gehen, das wirft Fragen zu den Verordnungen auf. Arno Egger ist ihnen ausgeliefert wie alle anderen. Wehmütig verweist er darauf, dass in der Kirche eine große Skulptur des Österreichers Oliver Laric steht, die, wie berichtet, zahlreiche Geschichten enthält, die bis zurück zum Habsburger-Kaiser Maximilian I. reichen. Bis Ende Jänner ist die Ausstellungszeit konzipiert, aber ob die Menschen überhaupt noch einen Blick auf die Arbeit werfen dürfen, ist offen.

Bekannte Namen

Was bleibt, ist die Neugier auf das aktuelle Programm. Im Gespräch mit den VN verrät Arno Egger, was man vorhat. Die Reihe beginnt im Frühjahr mit Arbeiten des bekannten Südtiroler Bildhauers Lois Anvidalfarei (geb. 1962), dessen Christuszyklus wie für den Ort geschaffen ist, der noch als Sakralraum erkennbar ist und Kunstbetrachtungen in kontemplativer Atmosphäre fördert. Seit rund 25 Jahren dient die Johanniterkirche der zeitgenössischen Kunst. Eva Jakob hat als Initiatorin und Kuratorin der ersten Stunde den Ort etabliert, Künstlerinnen und Künstler nach Vorarlberg gelockt, deren Arbeiten zuvor beispielsweise auf der Biennale in Venedig vertreten waren, und Kooperationen mit dem Kunsthaus Bregenz vereinbart. Nach schwierigen Verhandlungen um die Finanzierung sorgt Arno Egger seit einigen Jahren für Kontinuität und Überraschungen. Im Vorjahr wurde die Geschichte der Kirche wie der Präsentation von Kunstobjekten und eigens hier geschaffener Werke in einem Bildband dokumentiert. Dass Anish Kapoor hier eine Arbeit realisierte, ist ebenso nachzulesen wie dass sie der frühere Festspielintendant und Regisseur David Pountney wie eine Bühne verwendete, auf der er märchenhafte Geschichten ausbreitete, aber auch von Abgründen erzählte. Künstlerinnen und Künstler, die gerade international reüssieren, wurden auch immer wieder eingeladen. Mit Monika Grabuschnigg (geb. 1987) ist heuer eine junge Vorarlbergerin dabei. Sie entwirft eine Installation, in der die bildende Kunst mit Musik verbunden wird. Das Gesamtbudget für drei bis vier Ausstellungen, die Vermittlungsarbeit und das Personal beträgt 50.000 Euro. Damit sich das Vorhaben ausgeht, ist Arno Egger auch ständig auf der Suche nach privaten Sponsoren.

Peter Kogler (geb. 1959), den renommierten Tiroler, der einst bei fast keiner Welt(kunst)ausstellung (documenta, Expo etc.) fehlte und in einigen öffentlichen Gebäuden mit seinen Arbeiten ständig präsent ist, wird im Herbst, zur Zeit des Lichtkunstfestivals, in der Johanniterkirche arbeiten. Licht und Bewegung sind Aspekte, die im neuen Werk für Feldkirch zur Wirkung kommen. VN-CD

Johanniterkirche 2021

Lois Anvidalfarei geb. 1962 (Südtirol)

Monika Grabuschnigg geb. 1987 (Vorarlberg)

Peter Kogler geb. 1959 (Tirol)

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