Hoffnung in unserer Zeit

Mit seinen Engeln will der Vorarlberger Künstler und Kunstpädagoge Gerhard Winkler Zuversicht und Vertrauen vermitteln. Winkler, Bucherverlag

Mit seinen Engeln will der Vorarlberger Künstler und Kunstpädagoge Gerhard Winkler Zuversicht und Vertrauen vermitteln. Winkler, Bucherverlag

Gerhard Winkler schuf einen Bildband über himmlische Wesen und arbeitet am nächsten.

Dornbirn Über Engel wird viel gesprochen und doch sind sie schwer fassbar. Der akademische Maler Gerhard Winkler (81) stellt sie in Form von farbenfrohen Hinterglasmalereien dar. Mit seinen Bildern möchte er auf die jenseitige himmlische Welt hinweisen. „Engel sind für mich ein Synonym für Hoffnung und Zuversicht, die wir in der gegenwärtigen Zeit dringend brauchen“, sagt der Künstler. „Engel gibt es in jeder Religion. Die Vorstellung ist tief im menschlichen Wesen verankert.“ In seinen Bildern tauchen verschiedene Erscheinungsformen auf: Schutzengel, Engel der Hoffnung und himmlische Wesen für die Familie. Seine Werke wurden im kürzlich erschienenen Buch „Engel“ verewigt. Auf 64 Seiten finden sich Engeldarstellungen, die mit anregenden Psalmen, Gedichten und Sprichwörtern ergänzt wurden.

Faszination Glasmalerei

Die Faszination der Glasmalerei beruht auf dem Spannungsverhältnis zwischen kräftigen Farben, Glas und Licht. Im Rahmen der klassischen Variante, die in Kirchen in Form von Glasfenstern zur Schau gestellt wird, kommt die volle Wirkung im Gegenlicht zum Tragen. Die Hinterglasmalerei, die Winkler in Perfektion beherrscht, weicht davon ab. Das Bild liegt bei dieser Technik hinter dem Glas, und die Farben erhalten ihre Leuchtkraft durch das von vorne einstrahlende Licht. Bei dieser Kunstform wird das Glas Malgrund und Deckschicht zugleich. „Dies bedingt im Verhältnis zum gewöhnlichen Malvorgang eine geradezu umgekehrte Maltechnik. Sobald mit dem Bild begonnen wurde, lassen sich keine Änderungen des kompositorischen Aufbaus mehr vornehmen.“ Für eine gelungene Umsetzung ist eine präzise Arbeitsweise unumgänglich, hinzukommt, dass die Seitenverkehrtheit bei jedem Pinselstrich mitbedacht werden muss. Was sichtbar sein soll, wird vom Künstler zuerst gemalt, was zuletzt gemalt wird, ist nur noch in den verbleibenden Zwischenräumen erkennbar oder bei lasierender Technik durchscheinend. Für den akademischen Maler und Kunstpädagogen hat die Faszination des Glases als Bildträger seit der Antike bis zur Gegenwart nichts an Ausstrahlung verloren. In seinem Atelier steht momentan ein besonders großes Exemplar. Auf einer 120 Kilo schweren Glasplatte entstand ein Engel, der 2,20 Meter hoch ist und eine Breite von 1,30 Meter aufweist.

Winkler widmet sich nicht nur der Hinterglasmalerei. Seine bevorzugten Techniken sind Holzschnitt, Zeichnung, Papiercollage und Metallarbeiten. Im Sommer zieht es ihn mit seiner Staffelei ins Freie. Mit seinen Ölgemälden fängt er die Bergkulisse rund um Dornbirn und auch die Industriearchitektur ein. Dabei geht es ihm nicht um eine Imitation der Wirklichkeit, sondern um das Sein hinter den Dingen. In seinem Schaffen wendet er sich auf vielfältige Weise religiösen Themen zu. So verbildlichte er den „Sonnengesang“ von Franz von Assisi in Form von 10 Bildern, die im nächsten Jahr in einem Bildband publiziert werden. mir

„Die Vorstellung von Engeln ist tief im menschlichen Wesen verankert.“

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