Papst fordert gerechten Arbeitsmarkt

Neuer Band mit Gedanken und Überlegungen von Franziskus.

Erzählung Das Buch lässt sich lesen wie ein Geschenk, das der Papst sich selbst gemacht hat. Das anstehende Weihnachtsfest wird diesmal auch im Vatikan wegen der Pandemie eher klein ausfallen. Da kann Franziskus sich zumindest über das Erscheinen von „Wage zu träumen“, seiner persönlichen Corona-Bilanz, freuen. Ein Geburtstag naht ebenfalls: Am 17. Dezember wird der Papst 84 Jahre alt.

Manche Krisen ließen sich nicht vermeiden, so leitet Franziskus seine Überlegungen zur Pandemie ein. „Die Frage ist, ob du diese Krise überstehst und wenn ja, wie.“ Dabei gebe es auch gute Seiten: „In Krisen bekommst du beides, Gutes und Schlechtes. Menschen zeigen sich, wie sie wirklich sind.“ In den folgenden drei Kapiteln schreibt er über persönliche Erlebnisse, Bibelstellen und Philosophie. Der Papst aus Argentinien erzählt zum Beispiel, dass er in den 1980er-Jahren zu Studienzwecken in Deutschland war und sich dort einsam und verlassen fühlte. Man könne die Phase, als er auch in Frankfurt am Main lebte, „den Covid der Vertreibung“ nennen. Schlimme Erinnerungen hat Franziskus an seine Lungenkrankheit 1957 während des Priesterseminars in Buenos Aires. Ihm musste deshalb der obere rechte Lungenflügel entfernt werden. „Ich kann mitfühlen, wie es Menschen geht, wenn sie mit dem Coronavirus am Beatmungsgerät um Atem ringen“, berichtet der Papst.Die Idee zum Buch sei Franziskus während des harten Virus-Lockdowns im Frühjahr 2020 gekommen, berichtet der englische Papst-Biograf Austen Ivereigh. Genauer: Ende März, als der Pontifex, der Menschen und nahe Kontakte liebt, vor einem leeren Petersplatz sprechen musste. Ivereigh hat beim Aufschreiben der päpstlichen Gedanken mitgewirkt.

Für ein Grundeinkommen

Weil Franziskus nicht nur gerne persönlich wird, sondern oft politisch, enthält „Wage zu träumen“ auch kritische Forderungen an Politiker und die Gesellschaft. So spricht sich der Papst – wie schon im Frühjahr – dafür aus, dass alle Menschen ein „universelles Grundeinkommen“ bekommen sollten. Eine „bedingungslose Pauschalzahlung“, die den Arbeitsmarkt umgestalten könnte. Dort macht Franziskus Probleme und Ungerechtigkeiten aus. Er beendet seinen Text mit einem Gedicht über die Hoffnung.

<p class="quote">Wage zu träumen!</p><p class="infozeile">Papst Franziskus</p><p class="infozeile">Kösel</p><p class="infozeile">192 Seiten</p>

Wage zu träumen!

Papst Franziskus

Kösel

192 Seiten

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.