Absage trübt Jubiläum nicht

von Christa Dietrich
Der sehnsuchtsvolle Blick des „Rigoletto“-Clowns auf der Seebühne wirkt wie ein Symbol für die Bregenzer Festspielsaison 2021.  sams

Der sehnsuchtsvolle Blick des „Rigoletto“-Clowns auf der Seebühne wirkt wie ein Symbol für die Bregenzer Festspielsaison 2021.  sams

Umfangreiches Programm der Festspiele, erstmals Kooperation mit dem Theater Kosmos.

Bregenz Was bereits im Herbst 2019 von Festspiel-Intendantin Elisabeth Sobotka und den beiden Kosmos-Theaterleitern Augustin Jagg und Hubert Dragaschnig angekurbelt wurde, steht vor der Umsetzung: „Lohn der Nacht“, ein Stück des österreichischen Autors Bernhard Studlar, wird im Rahmen des Festspielsommers 2021 uraufgeführt. Nach der Erstpräsentation in Bregenz kommt das Werk an jene österreichischen Bühnen, mit denen sich Kosmos zur Theaterallianz zusammengeschlossen hat. Inhaltlich bezieht es sich auf jene Allianz des Kapitals, die in der Puccini-Oper „Madama Butterfly“ zum Ausdruck kommt, die ursprünglich im Sommer 2021 auf die Seebühne kommen sollte. Nun fungiert dieses Stück quasi als Vorbote. Die Gründe für die Verschiebung der „Butterfly“ ins Jahr 2022 sind bekannt: Corona samt den behördlichen Besucherbeschränkungsauflagen verhinderte die diesjährige Festspielsaison, die spektakuläre „Rigoletto“-Produktion bleibt nach der Premiere im Sommer 2019 im Programm für 2021. Die Seebühnenprojekte sind grundsätzlich für eine zweijährige Laufzeit konzipiert, die enorme Kartennachfrage dokumentiert zudem die Richtigkeit dieser Entscheidung.

Die gute Ausgangsposition nach dem Erfolg im Sommer 2019 habe dazu beigetragen, die Krise überhaupt zu meistern und 2021 nun das 75-Jahr-Jubiläum mit einem umfangreichen Programm zu begehen, erklärt Präsident Hans-Peter Metzler im Gespräch mit den VN. Man habe alle Sponsoren halten können und viel Zuspruch vom Publikum erfahren, das die bereits erworbenen Karten für 2020 zu einem Teil für die kommende Saison umbuchen ließ. Angesichts der Tatsache, dass der Festspielbetrieb zu über 80 Prozent über die Karteneinnahmen finanziert wird, habe man enorme Verluste erlitten, aber arbeiten können. Auch die Sanierung der Seebühne und des Festspielhauses laufe planmäßig: „Die lokale Wirtschaft wird durch diese Sanierung gestärkt.“

230.000 Karten aufgelegt

Auf Basis der Erkenntnis der Wissenschaftler, dass in acht Monaten wieder ein Stück weit Normalität möglich sein wird, wurde mit Zuversicht programmiert. 230.000 Karten wurden insgesamt aufgelegt. Intendantin Elisabeth Sobotka behält neben Verdis „Rigoletto“ auf dem See auch die Oper „Nero“ von Arrigo Boito, inszeniert von Olivier Tambosi, im Programm. Auch die Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin, das eine Fassung von „Michael Kohlhaas“ nach Heinrich von Kleist erarbeitet, bleibt aufrecht. In Zusammenarbeit mit dem Symphonieorchester Vorarlberg kommt im Opernstudio, das heißt, im Kornmarkttheater „Die Italienerin in Algier“ von Rossini, inszeniert von Brigitte Fassbaender, zur Aufführung.

Weitere Opernuraufführungen

Das Opernatelier, eine weitere Initiative von Elisabeth Sobotka, erfährt mit dem Werk „Wind“ des Vorarlberger Komponisten Alexander Moosbrugger eine Fortsetzung. Ein weiterer Einblick in den Produktionsprozess wird bereits am 12. Jänner geboten. Als österreichische Erstaufführung steht die Filmoper „Upload“ von Michel von der Aa als Koproduktion mit der Nederlandse Opera, der Oper Köln und weiteren Institutionen auf dem Programm. Neben den Konzerten mit den Wiener Symphonikern mit Haydns „Schöpfung“ und Wagners „Das Rheingold“, dem Symphonieorchester Vorarlberg sowie dem Bochabela String Orchestra beginnt die Jubiläumssaison mit einem Vorspiel: „Die Zeitreise“ lautet der Titel einer Familienoper, die bereits am 10. Juni angeboten wird, während das erwähnte Programm dann vom 21. Juli bis 22. August läuft.

„Die lokale Wirtschaft wird durch die Sanierung der Seebühne gestärkt.“

„Die Kooperation freut uns, Festspielmitarbeiter waren bei uns Gründungsmitglieder.“

Bregenzer Festspiele 2021

» Oper auf dem See Rigoletto
von Verdi

» Oper im Festspielhaus Nero
von Arrigo Boito

» Opernstudio Die Italienerin in Algier von Rossini

» Opernatelier Wind
von Alexander Moosbrugger

» Oper auf der Werkstattbühne Upload von Michel van der Aa

» Familienoper Die Zeitreisemaschine

» Schauspiel Michael Kohlhaas nach Kleist (Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin; Lohn der Nacht von Bernhard Studlar (Kooperation mit dem Theater Kosmos)

» Konzerte Wiener Symphoniker Die Schöpfung, Das Rheingold szenisch eingerichtet, 6. Symphonie von Bruckner; Symphonieorchester Vorarlberg (u. a Orchesterwerk von Thomas Larcher); Bochabela String Orchestra Beethoven goes Africa; Franui Alles nicht wahr; Blasmusik-Camp Brass Eroica, Konzert im KUB

» Weitere Programmpunkte Musik und Poesie, Silvia Costa-Projekt mit dem Landestheater, Crossculture etc.

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