„Der Fantasie sind zum Glück keine Grenzen gesetzt“

Der Konstanzer Tobias Pagel ist neuer Feldkircher Lyrikpreisträger.  TAs

Der Konstanzer Tobias Pagel ist neuer Feldkircher Lyrikpreisträger.  TAs

Der Feldkircher Lyrikpreis geht an die deutschen Autoren Tobias Pagel und Simone Scharbert.

Feldkirch Mit dem seit 2003 ausgeschriebenen Feldkircher Lyrikpreis wird deutschsprachige Lyrik ausgezeichnet. Der Satz „steht ihr auge in auge vor glück am ziel“ – eine Zeile aus dem letztjährigen Preisträgergedicht von Lars Arvid Brischke – war die Vorgabe für die teilnehmenden Autorinnen und Autoren. Das Zitat war in die eigene lyrische Arbeit aufzunehmen. Aus einer Fülle von Einreichungen hat die Jury mit Literaturvermittlerin Marie-Rose Rodewald-Cerha, den Autoren Patricia Brooks, Herbert J. Wimmer und Vorjahrespreisträger Lars Arvid Brischke die diesjährigen Preisträger gekürt: Der erste Preis geht an Tobias Pagel, der zweite Preis an Simone Scharbert.

Einhellige Beurteilung

„Dem Autor gelingt es in seinen Gedichten auf frappierende Weise, die unendliche Materialfülle der Befunde und Dilemmata unserer größten gegenwärtigen Herausforderungen mit fünf vielsagenden Miniaturen in eine poetische Form zu bringen, die einen auf verschiedenen Ebenen nicht loslässt und die gleichzeitig viele Fenster, Türen, Bildschirme und Räume öffnet für ein neugieriges Vorwärtstasten auf unbekanntem Terrain, vielleicht in Richtung eines utopischen ,place to be‘. Wohin uns das führen kann, lässt er offen, denn der Phantasie sind zum Glück keine Grenzen gesetzt“, schreibt Juror Lars Arvid Brischke über den diesjährigen Preisträger, den in Konstanz lebenden Autor und seine außergewöhnliche Poesie. Brischke weist darauf hin, dass drei von vier Jurymitgliedern die Einsendung von Tobias Pagel unabhängig voneinander aus der Vielzahl der Einsendungen ausgewählt und als ersten Preisträger vorgeschlagen haben.

Die Kölner Autorin und Literaturwissenschafterin Simone Scharbert erhält den zweiten Preis. Marie-Rose Rodewald-Cerha: „Wir haben es bei Alice B. Toklas, Alice Liddell, Alice James und Alice Salomon mit Frauen zu tun, die Wasserträgerinnen waren, im Schatten von anderen standen und ausgenützt wurden. Hier wird ihnen ein beeindruckendes Denkmal gesetzt. Die Frauen werden persönlich angesprochen, mit Respekt, den sie sich zeitlebens erkämpfen mussten.“

Publikumspreis

Der dritte Preis wird in diesem Jahr zum ersten Mal als Publikumspreis vergeben.  Da aufgrund der Covid-19-Verordnung die Feierlichkeiten rund um die Vergabe des Feldkircher Lyrikpreises im Theater am Saumarkt nicht in der bewährten Form durchführbar sind, kann auch der Publikumspreis nicht vor Ort vergeben werden. Bis 28. November ist es noch möglich, die nominierten Lyriker und ihre Gedichte auf der Saumarkt-Website aufzurufen und zu votieren. Das Ergebnis wird anschließend kommuniziert.

Bis 28. November, 17 Uhr, ist es Lyrikfreunden noch möglich, auf saumarkt.at für eine Autorin oder einen Autor zu votieren. Auf diese Weise wird der Publikumspreis ermittelt.

<p class="caption">Simone Scharbert wird mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.  TAS/Hemberger</p>

Simone Scharbert wird mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.  TAS/Hemberger

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