Mit Stars der Opernwelt in den Sportpark am Arlberg

Camilla Nylund (hier als Euryanthe) wurde nach Lech engagiert.  AP

Camilla Nylund (hier als Euryanthe) wurde nach Lech engagiert.  AP

Das Lech-Classic-Festival gibt es heuer als besondere Alternative zur abgesagten Veranstaltung.

Lech Die finnische Sopranistin Camilla Nylund hätte in Bayreuth gesungen, doch dort sind die traditionsreichen Festspiele bereits seit einigen Monaten komplett abgesagt. Der Tenor Piotr Beczala wäre in diesem Sommer von Zürich bis nach New York unterwegs gewesen. Die Veranstaltungsverbote oder Abstandsauflagen aufgrund der Covid19-Pandemie haben, wie man weiß, so ziemlich alles verhindert. Im Grunde genommen auch das Lech-Classic-Festival. Bereits vor einigen Wochen gaben Marlies und Franz Wagner die Absage ihres gesamten Vorhabens bekannt. Zum 250. Geburtstag des Komponisten wäre an sechs Abenden ein Beethoven-Programm realisiert worden. Daraus wird heuer nichts. „Wir feiern dann eben den 251. Geburtstag“, hieß es zu einer Zeit, in der Tag für Tag Absagen und Verschiebungen ins kommende Jahr bekannt gegeben wurden. Mit Konzerten in der Neuen Kirche in Lech, wo sich das vor einigen Jahren gegründete Festival mit zum Teil eigens bearbeiteten Werken aus dem klassischen Repertoire etabliert hatte, war ohnehin kaum zu rechnen.

Auch die neuen Auflagen für Kulturveranstalter lassen nicht viel mehr zu, doch in Lech suchte man nach Alternativen. „Es ist wichtig, mit Kultur ein Zeichen zu setzen“, erklärte Bürgermeister Ludwig Muxel im Gespräch mit den VN. Der Part der Gemeinde ist es, den Veranstaltern den Sportpark zur Verfügung zu stellen. Dort ist ausreichend Platz und das Ambiente lässt nicht nur auf das Trainieren des Körpers schließen, durch große Glaswände fällt der Blick auf die schöne Arlberglandschaft.

Bekannte Künstler, viel Abstand

Was er innerhalb kürzester Zeit zusammengestellt hat, nennt Franz Wagner eine „Spezial-Edition“ des Festivals. Stars der Opernwelt wie Camilla Nylund und Piotr Beczala werden ebenso auftreten wie Dalibor Karvay, der neue Konzertmeister der Wiener Symphoniker, die Pianistin Jasminka Stancul oder der Cellist Sebastian Bru. Das Programm enthält Ausschnitte aus Puccinis Oper „Tosca“, Werke von Dvorak, Rossini, Verdi, Mozart, Haydn, Wagner (die Gralserzählung aus „Lohengrin“), aber auch Erich Wolfgang Korngold. Ein dramaturgisches Konzept vermisst wohl niemand, den Lechern ist wichtig, dass es die Konzerte gibt, dass Qualität zu erwarten ist, dokumentieren die engagierten Künstler.

„Die Sicherheit auf der Bühne habe ich selbst zu verantworten“, erklärt Franz Wagner, im Publikumsbereich gelten die Corona-Auflagen. Bis zu 370 Menschen dürfen bei striktem Abstandhalten in den Saal. Es mutet sonderbar an, dass es in der Ankündigung überhaupt ein Thema ist, aber alle Konzerte – geplant ist die Reihe vom 5. bis 9. August – finden ohne Pausen statt und der Eingangsbereich ist großzügig gestaltet. Wie lässt sich das finanzieren? Die Gemeinde stellt, wie erwähnt, den Saal, der Beitrag der Hoteliers entspricht den Künstlerspesen, und Marlies und Franz Wagner arbeiten ohne Künstleragenturen. Eine besondere Konstellation macht – neben dem interessierten Publikum – dieses besondere Festival erst möglich. VN-cd

Das Lech-Classic-Festival
findet heuer vom Mittwoch,
5. bis Sonntag, 9. August, statt. Austragungsort ist der Sportpark Lech: www.lech-classic-music-festival.com

<p class="caption">Der Tenor Piotr Beczala kommt ebenfalls zum Festival am Arlberg.  Reuters</p>

Der Tenor Piotr Beczala kommt ebenfalls zum Festival am Arlberg.  Reuters

„Wir stellen den Sportpark zur Verfügung. Es ist wichtig, mit Kultur ein Zeichen zu setzen.“

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