Als Hugo von Montfort an sein Seelenheil dachte

Urkunde von Hugo von Montfort aus dem Jahr 1420.  Vorarlberger Privatsammlung, Foto: Sabo

Urkunde von Hugo von Montfort aus dem Jahr 1420.  Vorarlberger Privatsammlung, Foto: Sabo

Eine bestens erhaltene Stiftungsurkunde des Minnesängers wurde vor exakt 600 Jahren ausgestellt.

Bregenz Nach „fleißiger Betrachtung dieser gegenwärtigen Welt und des vergänglichen Lebens“ schreibt Hugo von Montfort, als er in sich ging, an sein Seelenheil dachte und die Stiftung einer ewigen Messe in der Kapelle seiner Festung Kranichberg beabsichtigte. Dazu bestellte er einen Kaplan und widmete zahlreiche Güter und Liegenschaften, die er in einer langen Liste aufzählt.

Die Entscheidung und Durchführung hat sich vor exakt 600 Jahren zugetragen. Die Urkunde zur Mess-Stiftung ist nämlich mit 10. März 1420 datiert und weist ein derart schönes kalligraphisches Schriftbild auf, dass sie auch für jene, die nicht zur Transkription fähig sind, eine dekorative Besonderheit darstellt. „Wir Graf Haug von Montfort, Herre zu Pregencz bekennen und tun kund“, heißt es ganz oben und damit ist klar, dass es sich um eine der bekanntesten Personen aus dem Haus Montfort handelt. Graf Haug (also Hugo) wurde im Jahr 1374 auf der Burg Hohenbregenz geboren. Er war ein enger Gefolgsmann der Herzöge von Österreich, für die er hohe Ämter bekleidete. So war er etwa Landvogt im Thurgau oder im Schwarzwald und Landeshauptmann in der Steiermark, wo er 1423 verstarb. Begraben wurde er in Bruck an der Mur. In Bregenz ist er im Stadtbild vertreten, eine Fantasiedarstellung als Minnesänger ziert einen Brunnen in der Oberstadt.

Landeswappen von Vorarlberg

Von Hugo von Montfort sind unter anderem zahlreiche Gedichte in einer Handschrift überliefert, die mit seinem Wappen versehen ist. Den Vorarlbergern dürfte es nur zu gut bekannt sein, geht das Wappen des Landes mit seiner Fahne mit drei Hängeln und Ringen doch auf die Montforter zurück. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern, die etwa mit Löwen, Adlern oder Panthern aufwarten können, ziert es kein Tier.

Die Urkunde hat ein Ausmaß von rund 43 mal 51 Zentimetern und befindet sich in einer Vorarlberger Privatsammlung. Dem Pergament wurde ein Siegel von Otto von Stubenberg angehängt, der als Zeuge fungierte. Wie der Kunsthistoriker Tobias G. Natter erzählt, wurde das Schloss Kranichberg 1769 an die Erzdiözese Wien verkauft, die die Anlage bis ins 20. Jahrhundert als Sommersitz nutzte. Danach kam es an private Besitzer. VN-cd

<p>Das Siegel von Otto von Stubenberg.</p>

Das Siegel von Otto von Stubenberg.

<p>Das Wappen von Hugo von Montfort.</p>

Das Wappen von Hugo von Montfort.

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