Blüten, Raketen und Planeten

von MIRIAM SORKO
Karin Pliem stammt aus Salzburg und Harald Grünauer ist Dornbirner.  Bildrecht/petra Rainer

Karin Pliem stammt aus Salzburg und Harald Grünauer ist Dornbirner.  Bildrecht/petra Rainer

Im Bildraum Bodensee sind Werke von Karin Pliem und Harald Grünauer zu sehen.

Bregenz Es spricht alles dafür, dass das Universum unendlich ist. Oder unterliegen wir nur einem Irrtum? Mit dieser und anderen Fragen beschäftigt sich Harald Grünauer im Rahmen der Ausstellung „Fluide Universen“ im Bildraum Bodensee in Bregenz. Die Malerin Karin Pliem geht der Frage nach, wie die Organismen zusammenwirken und welche Rolle die Natur in der Zukunft spielt. Trotz der scheinbar sehr unterschiedlichen Blickwinkel passen die Arbeiten der Künstler in ihrer Ästhetik gut zusammen. Als Kurator der Ausstellung war Lucas Gehrmann tätig.

Blumiger Kosmos

Die 56-jährige Salzburgerin Karin Pliem studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie lebt und arbeitet in Wien und Salzburg. Ihre Eindrücke von zahlreichen Reisen rund um den Globus fließen in ihre Arbeiten ein. Die Malerin hat sich der klassischen Öl-auf-Leinwand-Technik zugewandt. Pliem konfrontiert den Betrachter mit dem Zusammentreffen von Natur, Kultur und Zivilisation. Sie beschäftigt sich mit der Position des Menschen und zeigt auf, wie sich die Natur ihren Raum wieder zurückerobert. Es benötigt einen scharfen Blick, um zu erkennen, dass sich hinter ihren floralen Darstellungen Fabriken, Mauern und ein Triumphbogen verbergen. Sie rückt die Natur somit wieder in den Vordergrund. Durch das Schauen in den gegenüberliegenden zerbrochenen Spiegel, entstehen neue Blickwinkel, der Betrachter wird dadurch Teil der Werke.

Ihre achtminütige Videoanimation „I’infinito della natura“ beginnt mit einer Hintergrundskizze eines begonnenen Ölbilds, das den Säulengang von Monreale in Sizilien zeigt. Im Laufe des Videos werden Organismen, die aus etwa 20 gemalten Bildern herausgeschnitten wurden, eingespielt. Unter anderem fliegen Raketen, Fruchtbarkeitsskulpturen und afrikanische Masken durchs Bild, die rasch hinter den überwuchernden Pflanzen verschwinden.

Unbekannte Dimensionen

Der 1968 in Dornbirn geborene Künstler Harald Grünauer absolvierte ebenfalls ein Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien und erhielt für sein künstlerisches Schaffen schon zahlreiche Förderpreise. Seine Farbstiftzeichnungen stellen knallbunte Ideenwelten dar, die Assoziationen an das Weltall und Chemieexperimente hervorrufen. Während seine Serie „Mutanten“ durch zahlreiche Figuren gekennzeichnet ist, kommen seine anderen Werke ohne menschliche Darstellungen aus. Grünauer stellt nicht nur eine Verbindung zwischen den Formen in seinen Bildern her, sondern möchte den Betrachter teilhaben lassen. Sein zehn Meter langes, oval gekrümmtes Panorama mit dem Titel „Looking for unknown Dimensions“ ermöglicht einen Einstieg in seine Vorstellungen von Raum und Zeit. Er greift für seine Arbeiten unter anderem die Theorien von Albert Einstein und des Entdeckers der Schwarzen Löcher auf. So ist es auch wenig verwunderlich, dass seine Werke die Betrachter zu Diskussionen über die Endlichkeit des Universums und Schwarze Löcher anregen.

Die Ausstellung ist bis 9. Mai im Bildraum Bodensee in Bregenz (Seestraße 5) geöffnet, Di und Do, 13 bis 18 Uhr, Fr und Sa, 11 bis 16 Uhr: www.bildrecht.at

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