Mit Theater in den See stechen

von Christa Dietrich
Initiiert wurde das Schiffsprojekt vom Theater Konstanz, wo vor wenigen Tagen Borcherts Antikriegsdrama „Draußen vor der Tür“ Premiere hatte.  Theater/Mess

Initiiert wurde das Schiffsprojekt vom Theater Konstanz, wo vor wenigen Tagen Borcherts Antikriegsdrama „Draußen vor der Tür“ Premiere hatte.  Theater/Mess

Vorarlberger Schriftsteller Maximilian Lang erhält Stückauftrag für Schiffsprojekt.

Konstanz, Bregenz Dass das mythische Inselreich Atlantis im Bodensee versunken ist, darf man zwar ausschließen, sich in der heutigen Zeit Gedanken über Utopien bzw. über Regeln für das Zusammenleben der Menschen zu machen, die mit dem Begriff in Verbindung zu bringen sind, ist allerdings nicht abwegig. So soll es auch geschehen, und zwar in einem Rahmen, der einzigartig ist. Im Frühjahr nächsten Jahres sticht das Theater Konstanz nämlich mit einem Schiff in den Bodensee. Die MS Stuttgart bietet nicht nur Künstlern ein stattliches Auftrittspodium, für das mitreisende Publikum bietet sich Platz genug, um angesichts der vorbeiziehenden Uferlandschaft ein Stationendrama zu erleben, das nicht nur das Leben im Dreiländereck zum Thema hat, sondern die mögliche Idylle auch mit dem Verweis auf störende Faktoren oder Utopien und Dystopien bricht.

Uraufführung

„Wir haben die Partner im Boot“, erklärt Daniel Morgenroth, der stellvertretende Intendant des Theaters Konstanz, das das Unternehmen initiiert und geplant hat, im Gespräch mit den VN. Bei der Gelegenheit verrät er, dass der zentrale Stückauftrag an einen Vorarlberger Schriftsteller ging, und zwar an Maximilian Lang (32), den das Publikum von Uraufführungen am Bregenzer Theater Kosmos kennt. Lang hatte im Vorjahr zudem einen Dramawettbewerb der Nibelungenfestspiele in Worms gewonnen. Was Lang zu Atlantis eingefallen ist, weiß noch nicht einmal die Theaterleitung, die die Rahmenbedingen aber bereits geregelt hat. Die Baden-Württemberg-Stiftung hat Unterstützung zugesagt und fördert das Theaterschiff mit 50.000 Euro.

Sozusagen unabhängig von einer Lokalisierung von Atlantis, die immer wieder einmal für Schlagzeilen sorgt, darf festgehalten werden, dass das Theaterschiff in Orten der drei Bodensee-Anrainerstaaten anlegt. Morgenroth rechnet während der mehrtägigen bzw. mehrwöchigen Reise unter anderem mit Aufenthalten in Friedrichshafen, Lindau, Bregenz, Romanshorn, Kreuzlingen und am Start- und Zielort in Konstanz. Angedacht ist, dass sich freie Theatergruppen und einzelne Künstler noch um Teilnahme am Projekt bewerben können, denn „Atlantis“, wie nun auch der Titel des Unternehmens lautet, soll zudem Begegnungen bewirken und die Vielfalt des Bühnenschaffens in der Region abbilden.

„Wir haben die Partner im Boot, sprechen aber noch mit teilnehmenden Künstlern.“

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