„Ich dachte an den Moment, in dem einer den Colt zieht“

von Christa Dietrich
Große Epen beschäftigen Max Lang schon länger, „Parizival Company“ wurde im Theater Kosmos uraufgeführt.  Foto: VN/Steurer

Große Epen beschäftigen Max Lang schon länger, „Parizival Company“ wurde im Theater Kosmos uraufgeführt.  Foto: VN/Steurer

Vorarlberger Schriftsteller Max Lang erhält den Autorenpreis der Nibelungenfestspiele.

Worms, Bregenz. Immerhin, die Handschriften A und C eines der berühmtesten mittelalterlichen Epen waren über die Jahrhunderte im Palast von Hohenems verwahrt, wo sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entdeckt wurden und das Theater- sowie das Musiktheaterschaffen insofern beeinflussten als mehrere Bühnenwerke entstanden sind, in denen das Schicksal von Siegfried, Brunhild, Kriemhild, Gunther, Hagen oder des Hunnenkönigs abgehandelt werden. Erinnert sei zudem an Nibelungenspiele an Schauplätzen der Handlung oder an das Werk von Friedrich Hebbel. Mit dem Kern des Stoffs hatte sich auch der Komponist Richard Wagner beschäftigt, als er seinen Opernvierteiler „Der Ring des Nibelungen“ schuf. Bereichert wird die Sammlung nun von einem Theaterstück mit Titel „Last Exit: Hunnenland“, dessen Schöpfer der Vorarlberger Max Lang ist, der damit nach „Parzival Company“ ein weiteres auf ein Epos basierendes Werk verfasste, dessen Uraufführung bereits geplant ist. Lang gewann damit nämlich den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis des Autorenwettbewerbs der Nibelungenfestspiele in Worms, in deren Rahmen der Text im kommenden Jahr umgesetzt wird.

„Hervorragende“ Jury

Was Lang zur Teilnahme animierte, war die „hervorragende“ Besetzung der Jury mit Albert Ostermaier, Jürgen Berger, Bettina Walther und Thomas Laue. „Ich wurde nach dem ersten Wettbewerbsdurchgang zur Jury-Besprechung eingeladen und fühlte mich bestens betreut“, erzählt er im Gespräch mit den VN von seinen Erfahrungen mit dem Team der Festspiele. Nachdem ihn Augustin Jagg und Hubert Dragaschnig, die Leiter des Theaters Kosmos, schon vor Jahren entdeckt hatten und die Uraufführung seines Erstlings „Herbst und Winter“ realisierten, wurde dort auch sein Werk „Parzival Company“ umgesetzt. Nachdem er sich noch mit dem Gilgamesch-Epos beschäftigte und ein Stück verfasste, das mittlerweile ein Verlag übernommen hat, widmete er sich einem weiteren Epos, fokussierte dabei aber vor allem das Motiv der Rache. Im Abschnitt, in dem vom Tod Siegfrieds erzählt wird, sei Kriemhild ein Opfer, das, so Lang, später genauso Schuld auf sich lädt. Bekanntermaßen lockt sie ihre Brüder samt Hagen an den Hof des Hunnenkönigs, den sie mittlerweile geheiratet hatte, und richtet ein Blutbad an. Er habe einen Western im Kopf gehabt, erzählt Lang: „Ich dachte an den Moment, in dem einer den Colt zieht.“ Die erzählte Zeit ist somit nur eine kurze Phase und behandelt den Moment, an dem die Nibelungen bei Kriemhild und Etzel ankommen: Lang habe den Mut, die blutrünstige Geschichte um den Mord an Siegfried und die Rache seiner Witwe zu verdichten, wie man das von Hollywood kennt, urteilte die Jury.

Bis zur Uraufführung von „Last Exit: Hunnenland“ von Max Lang im Sommer 2018 in Worms beschäftigt sich der Autor vor allem mit Kurzgeschichten und Lyrik.

Ich habe somit zum dritten Mal mit ein Epos behandelt.

Max Lang
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