Die Virtuosität ist da, der Schalk gesellte sich hinzu

von Christa Dietrich
Cellist Kian Soltani beim jüngsten Konzert unter Daniel Barenboim im Rahmen der Salzburger Festspiele.  Festspiele/Borelli

Cellist Kian Soltani beim jüngsten Konzert unter Daniel Barenboim im Rahmen der Salzburger Festspiele.  Festspiele/Borelli

Cellist Kian Soltani begeisterte unter Barenboim bei den Salzburger Festspielen.

Salzburg. (VN-cd) Der Jubel war groß und er galt eindeutig den Solisten und dort vor allem einem. Abgesehen von der verlangten Präsenz einer Bratsche und in der Bläserbesetzung steht und fällt die Aufführung der Tondichtung „Don Quixote“ von Richard Strauss aus dem Jahr 1898 mit dem Cellisten. Seit einiger Zeit ist Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra von Südamerika bis Europa unterwegs. Im Programm hat er dabei nicht nur das erwähnte Werk von Strauss, sondern auch Stücke von Ravel und Schostakowitsch sowie die 5. Symphonie von Tschaikowsky. Während er beim Klavierkonzert von Schostakowitsch mit Martha Argerich auf eine Interpretin setzt, die seit Jahrzehnten zu den Stars der Pianistenszene zählt, vertraut er bei Strauss auf einen Nachwuchskünstler, der gerade dabei ist, sich an die internationale Spitze zu spielen, nämlich auf den 1992 in Bregenz geborenen Kian Soltani. Erst kürzlich machte der Cellist aufgrund seiner Ernennung zum Exklusiv-Künstler der Deutschen Grammophon Schlagzeilen, am Wochenende begeisterte er im Großen Salzburger Festspielhaus und überzeugte auf ganzer Linie.

Souverän und locker

Schon vor zwei Jahren war er dort mit Barenboims West-Eastern Divan Orchestra zu Gast. Nun stand fest, dass nicht nur der Maestro der anziehende Magnet ist, Soltanis Auftritte werden von einer hörbar größer gewordenen Fangemeinde begleitet, die die anspruchsvollen „Fantastischen Variationen über ein Thema mit ritterlichem Charakter“ so vernahmen, wie sie gespielt gehören, mit Virtuosität im Zusammenwirken zwischen Orchesterklang und Einzelstimme und mit einer Lockerheit, einem erkennbaren, leisen Schalk, mit diesem kleinen bisschen Mehr an Dramatik, die das Werk erst zum echten Erlebnis machen. Soltani ist in seinem Element, wenn er Klang und Tempo auskosten lässt und das Orchester stellenweise sogar in der Hand hat, das ihm Daniel Barenboim mit einigem Augenzwinkern überlässt.

Die Tournee mit „Don Quixote“ führt Kian Soltani auch noch nach Paris und in die Royal Festival Hall in London, bevor er wiederum mit Barenboim für Auftritte in Berlin und Genf weitere Stücke einstudiert und in wenigen Monaten erst zum SOV nach Vorarlberg kommt.

Kian Soltani konzertiert am
13. und 14. Jänner 2018 mit dem Symphonieorchester Vorarlberg in Bregenz und Feldkirch (Cello-Konzert von Elgar, op. 85).

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