Figaro darf länger in Bregenz bleiben

von Christa Dietrich
Großauftritt für das Symphonieorchester Vorarlberg: Zuerst der „Figaro“ (Bild), dann eine Uraufführung und dann noch ein Konzert.  Foto: Sams

Großauftritt für das Symphonieorchester Vorarlberg: Zuerst der „Figaro“ (Bild), dann eine Uraufführung und dann noch ein Konzert.  Foto: Sams

Nach der Mozart-Serie im Opernstudio wollen die Festspiele auf Rossini setzen.

Bregenz. Die drei Da-Ponte-Opern von Mozart sollten es sein, mit denen Intendantin Elisabeth Sobotka eine neue Schiene im Bregenzer Festspiel-Programm entwickelte. Nach „Cosi fan tutte“ und „Don Giovanni“ in ihren ersten beiden Jahren erfolgt am kommenden Montag die Premiere von „Le nozze di Figaro“. Wiederum stehen gute junge Sänger auf der Bühne und werden vom Symphonieorchester Vorarlberg möglichst getragen. Dieser Klangkörper ist in der kommenden Woche speziell gefordert, doch dazu später.

„Barbier“ mit Fassbaender

Was nach Mozart in diesem Opernstudio kommt, war zuletzt die Frage. Offiziell ist noch nichts verkündet, doch auf eine inhaltliche Verknüpfung des Programms in diesem und im nächsten Jahr dürfte sich das Publikum gefasst machen können, die Planungen laufen nämlich in Richtung „Barbier von Sevilla“ von Rossini.

Für Musikkenner steht außer Frage, dass das 1816 uraufgeführte Werk für junge Sänger attraktiv ist, der Inhalt lässt schmunzeln, erzählt Rossini bzw. sein Librettist Cesare Sterbini doch die Vorgeschichte von den Liebesnöten eines Grafen und den Tricks eines Figaros, die Lorenzo Da Ponte durchaus handfest in ein singbares Libretto kleidete und Mozart schon viel früher rasant vertonte. Nachdem Brigitte Fassbaender nun drei Mal eine Meisterklasse leitete, in der die Solisten eine letzte Schulung vor den eigentlichen Proben erfuhren, soll die renommierte Künstlerin (und frühere Intendantin am Landestheater in Innsbruck, wo sie auch Regie führte) im nächsten Jahr länger in Bregenz sein, es steht zur Debatte, dass Fassbaender den „Barbier von Sevilla“ inszeniert. Und damit hätten die Festspiele nach dem in diesem Jahr sehr gelungenen, szenisch herausfordernden harten Brocken „Moses in Ägypten“ schon eine Saison später einen Rossini, der inhaltlich leichteren Sorte im Programm. Kompositorisch anspruchsvoll ist der Jahrzehnte nach Mozarts „Figaro“ entstandene „Barbier“ sowieso.

SOV im Großeinsatz

Rund 120 Mitglieder hat das Symphonieorchester Vorarlberg. Bekanntermaßen ist der Klangkörper kein Spezialist für neue Musik, er hat mit dem Ensemble Plus aber solche in seinen Reihen. Dass man in der ersten Produktion des Opernateliers mitwirken wird, stand bald nach dem Antritt von Elisabeth Sobotka fest, die das Projekt so konzipierte, dass das Publikum über zwei Jahre immer wieder Einblicke in die Arbeitsschritte erhält. Das SOV hatte den entscheidenden Vorteil, immer vor Ort sein zu können und ist nun mit 15 Musikern an der Uraufführung von „To the Lighthouse“ beteiligt. Dazu kommt ein Akkordeonist, ein E-Gitarrist und ein Pianist. Auf die verschiedenen Spieltechniken, die der Komponist Zesses Seglias fordert, konnte man sich einstellen, die fertige Partitur wurde schon vor ein paar Monaten übermittelt.

35 SOV-Musiker wirken in der Produktion „Le nozze di Figaro“ mit.  Werke von Mozart hat das Symphonieorchester im Repertoire, seit es gemeinsam mit dem Vorarlberger Landestheater Opern realisiert. Ein zu bewältigender Faktor ist, wie auch Geschäftsführer Thomas Heißbauer bestätigt, die schwierige Akustik am Kornmarkt, aber diesbezüglich hat auch Dirigent Hartmut Keil bereits Erfahrung. Jörg Lichtenstein lässt die Tatsache, dass sich beinahe dauernd jemand irgendwo versteckt, mit vielen Türen ins Bild rücken und vertraut derart seiner Personenführung, dass die Rokoko-Kostüme so gut wie monochrom sein dürfen.

Mit der Uraufführung und der Mozart-Oper ist es noch nicht getan, 82 Musiker des SOV bestreiten das Konzert zum Festspiel-Finale am 20. August mit Werken von Mozart, Franck und Messiaen.

Premiere von „Le nozze di Figaro“ am 14. August am Kornmarkt, Uraufführung „To the Lighthouse“ am 16. August auf der Werkstattbühne: www.bregenzerfestspiele.com

Wir sind kein Spezialorchester für Zeitgenössisches, haben aber das Ensemble Plus in unseren Reihen.

Thomas Heißbauer
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