Der hatte die besten „Hennile“

von Christa Dietrich
Typischer Blick auf die Stadt Bludenz mit der Laurentiuskirche.

Typischer Blick auf die Stadt Bludenz mit der Laurentiuskirche.

Mittels der Hegenbart-Bilder verhilft Christof Thöny den Vorarlbergern zu großartigen Erinnerungen.

Bludenz. (VN-cd) Die einen schauen zuerst auf den heute nostalgisch anmutenden, damals aber sehr modernen Schachbrettboden oder die typisch geschwungenen Stuhllehnen. Den anderen fällt das gut sortierte Getränkeangebot auf. Trifft man Bludenzer, so nennen sie nicht unbedingt zuerst, dass man im Wirnsperger gut verhocken konnte, das Gasthaus war auch beliebt, weil es dort die besten gegrillten „Hennile“ gab, wie Carmen Reiter, tätig im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit im Amt der Stadt Bludenz, bestätigt. In solchen und weiteren Erinnerungen zu schwelgen, sie zu formulieren, das Verlorengegangene genauso wie die Verbesserungen zu nennen, wird nun in der Sommerausstellung der Stadt Bludenz möglich. Das Podium bietet ausnahmsweise die Galerie „allerArt“ in der Remise. Auch das wäre eine Erinnerung wert, denn, wie man weiß, hatten die Bludenzer lange um den Veranstaltungsort bzw. den Bau der Bühne samt Ausstellungsraum gerungen.

Kollektives Gedächtnis

Nach einigen Baustopps wurde die Remise vor rund 20 Jahren eröffnet. Gegenwartskunst dominiert das Programm, in diesem Sommer wird es nun unterbrochen von der Fotosammlung der Familie Hegenbart, die der Stadt im Rahmen einer Schenkung überlassen wurde. Historiker Christof Thöny, bekannt durch mehrere Publikationen, durch seine Arbeit im Klostertalmuseum und mittlerweile auch im Stadtarchiv tätig, ist dabei, den umfangreichen Nachlass aufzuarbeiten, erachtet ihn als historisch enorm wertvoll, weil das Unternehmen Hegenbart das kollektive Gedächtnis der Menschen entscheidend mitgeprägt habe. Josef Hegenbart (1877-1942) gründete schon 1913 in Bludenz sein erstes Fotoatelier, das seine Tocher weiterführte. Ein Studio und ein Ansichtskartenverlag kamen bald hinzu. Viele Motive des Hegenbart-Teams waren, wie Thöny bestätigt, auf touristische Nutzung hin ausgerichtet, sie dokumentieren neben dem hohen fotografischen Wert aber auch einen Teil der Geschichte der Stadt. Ein Schwerpunkt in der Schau ist dem Muttersberg gewidmet, dessen Erschließung durch eine Seilbahn das Leben der Bewohner veränderte.

Die Ausstellung ist in der Galerie „allerArt“ in der Remise Bludenz bis 10. September, Mi bis Sa, So und am Feiertag, 17 bis 20 Uhr geöffnet.

<p class="caption">Gasthof Wirnsperger: Für die einen werden nostalgische Gefühle wach, die anderen interessieren sich für das zeittypische Interieur.</p>

Gasthof Wirnsperger: Für die einen werden nostalgische Gefühle wach, die anderen interessieren sich für das zeittypische Interieur.

<p class="caption">Mit dem Bau der Muttersbergseilbahn Mitte der 1950er-Jahre erschloss sich den Bludenzern ein Naherholungsgebiet. Fotos: Stadtarchiv/Hegenbart-Team</p>

Mit dem Bau der Muttersbergseilbahn Mitte der 1950er-Jahre erschloss sich den Bludenzern ein Naherholungsgebiet. Fotos: Stadtarchiv/Hegenbart-Team

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