Durch viele Türen zum Leuchtturm

von Christa Dietrich

Bregenzer Festspiele verliefen bislang bestens und haben neben Konzerten noch zwei große Premieren parat.

Bregenz. (VN-cd) Die Installationen des dänischen Künstlers Jakob Kolding, diese Collagen, die aus Gegenständen wie aus Figuren, Gewächsen oder Landschaften bestehen, scheinen dafür prädestiniert zu sein, bespielt zu werden. Eine Idee, auf die bislang aber noch niemand kam, haben nun die Bregenzer Festspiele realisiert. Kolding schuf ein Bühnenbild mit Elementen bis hin zur vielsagenden Pfeife von Magritte, einem Shakespeare-Porträt, Frauen auf den Barrikaden oder jenem Erzherzog Franz Ferdinand, der für den Beginn des Ersten Weltkriegs steht. Auch die Isle of Skye hat das Team um den Komponisten Zesses Seglias besucht. Zwischen 1910 und 1920 spielt dort der Roman „To the Lighthouse“ von Virginia Woolf, dessen Handlung über die Befindlichkeit der Figuren erfahrbar wird. Über die Jahre hat das Publikum die Entstehung der Oper bei Einblicken mitverfolgen können, Seglias möchte, wie er gestern nach einem kurzen Blick in die Probenarbeit betonte, dass sich die Zuschauer in die Bewusstseinszustände, die man aufzeigen will, „hineingezogen“ fühlen.

Atelier und Studio bleiben

Dem ersten Opernatelier, einer Neuerung von Intendantin Elisabeth Sobotka, soll ein weiteres folgen, neben kurzzeitig realisierten Uraufführungen geht es wieder Schritt für Schritt gemeinsam mit dem Publikum zu einem Projekt, das 2019 oder 2020 auf die Bühne kommt. Fortgesetzt wird auch das Opernstudio, das sich dadurch auszeichnet, dass junge Sänger engagiert werden. Nach den Mitwirkenden bei „Cosi fan tutte“ oder „Don Giovanni“ bestätigten nun auch Anat Edri und Adam Kutny, die Susanna und der Figaro in „Le nozze di Figaro“, dass sie in Bregenz nicht in einer studentischen Meisterklassen-Atmosphäre arbeiten, sondern wie in einem großen Opernhaus. Allerdings konzentriert man sich sechs Wochen lang ausschließlich auf ein Werk, was Dirigent Hartmut Keil eigens unterstreicht, der lobende Worte für die Dynamik des Symphonieorchesters Vorarlberg findet, mit dem er am Kornmarkt „Schlankheit“ zu erreichen trachtet. Regisseur Jörg Lichtenstein braucht für Mozarts „Figaro“ keine andere Zeitfolie, um zu zeigen, wie die Handelnden versuchen, etwas Besseres aus ihrem Leben zu machen. Dass man sich oft versteckt, dass man rasch hinter Türen verschwindet oder sich verstellt, hat er überhöhen lassen, indem Bühnenbildner Nikolaus Webern viele Türen zu bauen hatte, bei deren Installierung die Sängerinnen und Sänger ordentlich mitanpacken müssen. Sie tun es gern, wie sie bekunden.

Zehn von insgesamt 28 „Carmen“-Aufführungen stehen heuer noch auf dem Festspiel-Programm. Die letzten Konzerte werden mit dem Sommerakademie-Finale „Opus XXI“ am 11. August und dem Abschlussauftritt nach einem Blasmusik-Camp am 13. August von jungen Musikern und am 20. August vom Symphonieorchester Vorarlberg bestritten, das auch bei den nächsten Opern zum Einsatz kommt.

Die Premiere von „Le nozze di Figaro“ findet am 14. August im Kornmarkttheater statt, „To the Lighthouse“ wird am 16. August auf der Werkstattbühne uraufgeführt: www.bregenzerfestspiele.com

<p class="caption">„Es ist ein Vergnügen, hier zu sein“: Adam Kutny (Figaro) und Anat Edri (Susanna) treten in „Le nozze di Figaro“ am Kornmarkt auf.</p>

„Es ist ein Vergnügen, hier zu sein“: Adam Kutny (Figaro) und Anat Edri (Susanna) treten in „Le nozze di Figaro“ am Kornmarkt auf.

<p class="caption">Probenszene für die Uraufführung von „To the Lighthouse“ von Zesses Seglias unter der Leitung der Dirigentin Claire Levacher auf der Bregenzer Werkstattbühne.  FotoS: Sams</p>

Probenszene für die Uraufführung von „To the Lighthouse“ von Zesses Seglias unter der Leitung der Dirigentin Claire Levacher auf der Bregenzer Werkstattbühne.  FotoS: Sams

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