Strahlende und engagierte Stars

Sehenswert ist der in Cannes präsentierte Film „Money Monster“ wegen seines dynamischen Star-Duos: Die Rolle eines zynischen Showmasters hat George Clooney, Julia Roberts agiert perfekt im Regieraum.
Sehenswert ist der in Cannes präsentierte Film „Money Monster“ wegen seines dynamischen Star-Duos: Die Rolle eines zynischen Showmasters hat George Clooney, Julia Roberts agiert perfekt im Regieraum.

Clooney und Roberts geben sich betont politisch. Filmfestival ist bestens angelaufen.

Cannes. Seine Popularität nutzt Hollywoodstar George Clooney schon lange auch politisch. Egal, ob er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Situation der Flüchtlinge unterhält oder ob er sich zu Krisen wie in Darfur äußert. In seinen Filmen zeigt sich der Oscarpreisträger ebenfalls gern in kritischen Rollen – so wie jetzt wieder in „Money Monster“. In dem Thriller von Jodie Foster, der am Donnerstag beim Festival in Cannes gezeigt wurde, spielt er einen Fernsehmoderator, der Abgründe in der Finanzwelt aufdeckt.

„Wir haben uns anscheinend daran gewöhnt, dass irgendwelche Typen im Fernsehen erzählen, wie wir unser Geld investieren sollen“, sagte der 55-jährige Clooney bei der Pressekonferenz neben einer strahlenden Julia Roberts, die im Film an seiner Seite spielt. Hinzu komme, dass Nachrichten und Unterhaltung immer mehr vermischt würden. „Das ist auch ein Problem.“

Gefragt, wie die Finanzwelt unter Donald Trump aussehen könnte, musste Clooney nicht lange überlegen: „Es wird keinen Präsidenten Donald Trump geben. (…) Angst wird nicht etwas sein, das unser Land antreibt.“

In „Money Monster“ wird Lee Gates (Clooney), Moderator einer TV-Finanzsendung, vor laufenden Kameras als Geisel genommen. Nicht die Muslime seien die Gefahr, sondern Leute aus der Finanzwelt, findet Entführer Kyle. Seine Ersparnisse hat er bei einem vermeintlichen Börsencrash verloren, so wie viele andere Anleger auch. An einem Nachmittag verschwanden 800 Millionen Dollar. Wie kann das sein? Wer sind die Verantwortlichen? Jodie Foster inszeniert „Money Monster“ als Finanzthriller mit klaren politischen Tönen: Sehen sich Moderator Gates und seine Produzentin Patty (Roberts) anfangs noch als unschuldige Opfer, wird nach und nach klar, dass der Börsencrash kein Unfall war. Zusammen mit dem Entführer Kyle will nun auch Gates Antworten auf die drängenden Fragen bekommen.

„Wir tragen eine Mitschuld an der derzeitigen Situation“, fand sie und bezog sich auf ein Zitat im Film: Niemand beschwere sich, wenn er Gewinne an der Börse macht, heißt es da – bei Verlusten schreien aber alle auf.

Fordernde Filme

Nach dem bittersüßen, leichten Auftakt mit Woody Allens Komödie „Café Society“ sind die Filmfestspiele Cannes fordernder in ihren Wettbewerb gestartet. Alain Guiraudies „Rester vertical“, der erste von vier französischen Filmen im Rennen um die Goldene Palme, behandelt Begehren in unterschiedlichsten Formen – und hinterließ nach dem Pressescreening auch ratlose Gesichter. In dem mysteriösen, visuell eindringlichen Drama sagt sich der junge Drehbuchautor Leo von seinem bisherigen Leben los, um in Südfrankreich Wölfe zu sichten. Bei einem Streifzug stößt er auf die Schafhirtin Marie, beginnt mir ihr eine Affäre und schwängert sie. Als sie nach der Geburt unter postnataler Depression leidet und ihn alleine mit dem Baby zurück­lässt, beginnt eine Suche nach sich selbst, auf der Leo die Wege kauziger Männer jeden Alters kreuzt.

Deutscher Beitrag

Acht Jahre ist es her, dass ein deutscher Film beim Festival Cannes im Wettbewerb lief. Das war damals „Palermo Shooting“ von Wim Wenders. Gewonnen hat er nichts. Das könnte sich nun ändern: Maren Ade ist mit ihrem Werk „Toni Erdmann“ im Rennen um den Hauptpreis, die Goldene Palme; ein Darsteller ist Peter Simonischek. Er spielt einen Musiklehrer mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen, der seine Tochter (Sandra Hüller), eine weltweit tätige Unternehmensberaterin, überraschend besucht.

Die 69. Internationalen Filmfestspiele Cannes laufen bis 22. Mai: www.festival-cannes.com

Superstar Jodie Foster führt in „Money Monster“ Regie.
Superstar Jodie Foster führt in „Money Monster“ Regie.
Vanessa Redgrave bringt „Howards End“ nach Cannes.
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Maisa Abd Elhadi spielt in „Omor Shakhsiya (Personal Affairs)“.
Maisa Abd Elhadi spielt in „Omor Shakhsiya (Personal Affairs)“.

Es wird keinen Präsidenten Donald Trump geben.

George Clooney
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