Migrationsgeschichten nachgespürt

von Christa Dietrich
Das Walktanztheater (im Bild eine Szene aus „Trash me up before you go go“) ist mit Grenzüberschreitendem dabei.  Mosman

Das Walktanztheater (im Bild eine Szene aus „Trash me up before you go go“) ist mit Grenzüberschreitendem dabei.  Mosman

Theatermacherin Brigitte Walk bringt Menschen nicht nur zusammen, sondern auch zu ihren Wurzeln.

Lustenau. (VN-cd) Einmal sind es die Literatur und die bildende Kunst, wie zuletzt im vergangenen Herbst beim Projekt zu Gertrude Stein im Alten Hallenbad in Feldkirch, einmal sind es Themen, die Schülerinnen und Schüler konkret bewegen, kalt lässt die Vorarlberger Theatermacherin Brigitte Walk jedenfalls niemanden. Nun widmet sie sich den Migrantinnen und Migranten, und zwar solchen aus mehreren Generationen bzw. Vorarlbergern, deren Eltern oder Großeltern einst aus der Türkei ins Land kamen. „Was erzählen sie über ihre Lebensentwürfe, Träume und ihre Heimaten zwischen Vorarlberg und der Türkei? Was davon bewegt die Jugendlichen der heutigen Generation? Wo komme ich her? Wo bin ich? Wo will ich hin?“, lauten die zentralen Fragen, die im Rahmen eines Theaterprojekts erörtert werden, das zahlreiche Menschen nicht nur gemeinsam erarbeiten, sondern für das man auch eine große Reise antritt.

Anwerbeabkommen

Anlass ist, wie Walk erklärt, das 50-Jahr-Jubiläum zum Anwerbeabkommen zwischen Österreich und der Türkei. Dass seiner an sich schon vor zwei Jahren zu gedenken war, störte dabei keinen. Das im Mai 1964 unterzeichnete Abkommen, das im Juli desselben Jahres in Kraft trat, hat im westlichsten Bundesland, in dem eine Reihe von Unternehmern viele Arbeiter aus der Türkei holten, in der Tat nur zu ein paar Veranstaltungen geführt. Unter anderem hatte das Vorarlberg Museum zu einem Projekt aufgerufen. Es war aber noch etwas nachzuholen.

Nun haben sich Lehrlinge und Jugendliche aus Beschäftigungsprojekten mit Schülern aus der Handelsakademie und dem Gymnasium mit jungen Flüchtlingen aus Afghanistan zusammengetan, um anhand von Interviews mit migrantischen Familien Porträts zu erstellen. Walk: „Aus dieser Beschäftigung entstehen lebendige Begegnungen, die durch künstlerische Arbeit vertieft und reflektiert werden.“

Reise in die Türkei 
Abgesehen davon, dass unter Anleitung von Brigitte Herrmann dann Szenen für die Bühne entwickelt werden, führt das Projekt eine Gruppe von Jugendlichen und Erwachsenen in der kommenden Woche auch in die Türkei, wo man Orte besucht, von denen die Menschen ausgereist sind. Die Aufführung des Stücks findet im April im neuen Druckwerk in Lusten­au statt. Brigitte Walk führt Regie, Elisabeth Pedross entwirft die Ausstattung, Anne Thaeter sorgt für die Choreografie und Bayram Özer für filmische Akzente.

Die Premiere des Stücks findet am 8. April im Druckwerk in Lustenau statt. Aufführungen bis 14. April: www.walktanztheater.com

Vier Generationen von Migranten sind am Projekt beteiligt.

Brigitte Walk
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