Ein Kompromissloser

Bischof Erwin Kräutler.  Foto: VN
Bischof Erwin Kräutler. Foto: VN

Der Ehrenpreis des Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln geht an Bischof Erwin Kräutler.

Wien, Schwarzach. „Bischof Erwin Kräutler kämpft kompromisslos und beharrlich für die Menschen am Amazonas, deren Lebensraum durch die Abholzung von Regenwäldern und die Regierungspläne zur Errichtung des Staudammes Belo Monte massiv bedroht ist“, heißt es in der Jurybegründung des Hauptverbandes des österreichischen Buchhandels. „Heute lautet der Plan B Schadensbegrenzung. Wir stehen auf der Seite der 40.000 Menschen, die betroffen sind. Wir haben heute schon viel Elend verhindert“, bekräftigte er jüngst in einem Gespräch mit den VN seinen speziellen Einsatz gegen Belo Monte, den er auch nach dem Bau nicht als Scheitern betrachtet.

„Der Vorarlberger versteht sich als Sprachrohr all jener Menschen, die von der Politik vernachlässigt und deren Rechte beschnitten werden.“ Trotz ständiger persönlicher Gefährdung setze Bischof Kräutler sich unermüdlich für Menschenrechte ein.

„Seine zahlreichen Bücher geben einen umfassenden Einblick in sein von Mitmenschlichkeit

geprägtes Lebenswerk“, so die Jury über die Wahl des diesjährigen Ehrenpreisträgers.

Der Preis wird ihm im nächsten Jahr in Österreich überreicht.

 Neuerscheinungen

Erwin Kräutler wurde 1939 in Vorarlberg geboren und trat in den Orden der Missionare vom Kostbaren Blut ein. Er studierte Theologie und Philosophie in Salzburg und ist seit seiner Priesterweihe 1965 als Missionar in Brasilien tätig, seit 1981 ist er Bischof der Prälatur Xingu. Für seinen Einsatz für die Umwelt und die indigenen Völker wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Romero-Preis, mehreren Ehrendoktoraten sowie 2010 mit dem Alternativen Nobelpreis. Erwin Kräutler ist zudem Träger des Russ-Preises der Vorarlberger Nachrichten. Zuletzt veröffentlichte Kräutler „Mein Leben für Amazonien. An der Seite der unterdrückten Völker“ und „Kämpfen, glauben, hoffen: Mein Leben als Bischof am Amazonas“ (Vier Türme).

Der Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln wird vom Hauptverband des Buchhandels und dem Fachverband Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gemeinsam verliehen. Der Preis wurde erstmals 1990 an Milo Dor vergeben, weitere Preisträger waren u.a. Kardinal Franz König, Simon Wiesenthal, Hugo Portisch, H. C. Artmann, Christine Nöstlinger oder Armin Thurnher. Zuletzt wurde Barbara Coudenhove-Kalergi mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Als „wahnsinnige Geldverschwendung“ kommentierte Erwin Kräutler übrigens die Fußball-WM im Sommer. Bis auf die überdimensionierten Stadien sei nichts übrig geblieben. An der Situation der Menschen habe sich nichts geändert und vom versprochenen wirtschaftlichen Aufschwung sei nichts zu sehen.

Erwin Kräutler: „Mein Leben für Amazonien. An der Seite der unterdrückten Völker“, Verlag Tyrolia

Es geht um Rechte indigener Völker, die Ökologie, die Mitwelt.

Bischof Erwin Kräutler
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