Das Montforthaus heimholen

von Christa Dietrich
Anfang nächsten Jahres wird das Montforthaus Feldkirch eröffnet, Mitte Februar startet der erste „Zwischentöne“-Block. Foto: VN
Anfang nächsten Jahres wird das Montforthaus Feldkirch eröffnet, Mitte Februar startet der erste „Zwischentöne“-Block. Foto: VN

Dass Feldkirch ein neues Zentrum erhält, kann und soll auch im privaten Raum spürbar werden.

Feldkirch. (VN-cd) An sich ist es ja absurd oder zumindest widersprüchlich. Nachdem die Feldkircher nun geraume Zeit mit einer Baustelle im Zentrum zu leben hatten und sich wahrscheinlich schon sehr auf die Anfang des nächsten Jahres geplante Eröffnung des Montforthauses freuen, sieht das Bespielungskonzept nicht nur vor, dass das kulturelle Programm sowohl in diesem Neubau als auch in den ansonsten zur Verfügung stehenden Orten stattfindet, sondern auch im privaten Raum. „Salon Paula“ heißt ein Programmpunkt, mit dem die Verantwortlichen Folkert Uhde und Hans-Joachim Gögl zwar keineswegs, wie sie im Gespräch mit den VN betonen, die bürgerliche Salonkultur wieder aufleben lassen wollen, aber Künstler und Wissenschaftler als „Mietobjekte“ anbieten, die man zu sich nach Hause holen kann. Gögl: „Jeder kann sich bewerben, gerne auch eine Familie oder eine Studenten-WG. Es geht uns dabei vor allem um die Intensivierung des Kontaktes mit Künstlern oder Wissenschaftlern.“ Auf solche Begegnungen vorbereitet haben sich beispielsweise die Musiker Adrian Buzac (Oboe) und Karin-Regina Florey (Violine), die Literaturwissenschaftlerin Ulrike Längle oder der Erzählkünstler Mark Riklin.

Wettbewerb

Nicht nur dieses Angebot, sondern auch weitere wurden in Kooperation mit dem Vorarlberger Landeskonservatorium ausgearbeitet. Die Institution ist auch bei einem Wettbewerb beteiligt, in dessen Rahmen Musikschaffende aufgefordert sind, ein Konzertformat für den Schwurgerichtssaal zu entwickeln. Abgesehen davon, dass man das Montforthaus relativ oft verlässt, enthält das nun veröffentlichte Programm jede Menge Veranstaltungen, die im geschwungenen Bau der Hascher-Jehle-Architekten stattfinden. Das Motto ist naheliegend, lautet „Beginnen“ und das Konzept sieht unter anderem eine „große Hausmusik“ vor, bei der der Besucher selbst bestimmt, in welchem der vielen Räume, in denen jeweils Musikdarbietungen stattfinden, er verweilt.

Kooperation und Kosten

Grundsätzlich wird mit mehreren Ensembles und bestehenden Kulturinitiativen bis hin zur Filmgruppe des Theaters am Saumarkt zusammengearbeitet. Dass Folkert Uhde die Kunstvermittlungskonzepte mitentwickelt hat, ermöglicht zudem auch Kooperationen, die über das Land hinausreichen. Uhde ist bekanntermaßen nicht nur Dozent in Hamburg, sondern auch Gründer des Berliner Radialsystems. Das Budget für drei Programmblöcke pro Jahr beträgt, so Montforthaus-Geschäftsführer Edgar Eller, 640.000 Euro. Die Stadt Feldkirch und das Land Vorarlberg übernehmen je 300.000 Euro.

Die erste Veranstaltungsreihe „Montforter Zwischentöne“ beginnt in Feldkirch am 16. Februar und dauert bis 1. März 2015.

Eine sehr gute Vernetzung mit der regionalen Szene ist wichtig.

Hans-Joachim Gögl
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.