Meinung

Walter Fink

Umwerfende Migrantinnen

Vor Kurzem wurde ich im Landhaus in Bregenz bei einer Veranstaltung überrascht. Da präsentierten sich Jugendliche mit Migrationshintergrund auf der Bühne, diskutierten und referierten – und das in einem erstaunlichen Deutsch. Sie hatten eine Sprache, die ich manchen Einheimischen wünschen würde.

Es war überwältigend. Und es war für mich eine völlig neue Sicht der Dinge, wie man Integration schaffen kann. Auch wenn man berücksichtigt, dass es sich hier um ausgewählte Jugendliche, die alle beim sogenannten „Start“-Programm Stipendien erhalten hatten, handelt.

Zuerst etwas zur Definition: „Talent und Leistungsbereitschaft sollten sich unabhängig von Herkunft, Status und Umgebung entfalten und eine Gesellschaft bereichern können. ,Start‘ will engagierten Jugendlichen mit Migrationshintergrund verstärkt die Möglichkeit zu einer höheren Schulbildung und damit bessere Chancen für eine gelungene Integration und zur Teilhabe an der Gesellschaft bieten. ,Start‘ will Zuwandererkarrieren den Weg bereiten und junge Menschen bei ihrer Entwicklung begleiten – als Ansporn zur Integration und als Beitrag zur Toleranz.“ So kann man das in deutschen Programmen nachlesen – und so gilt das nun bereits im vierten Jahr auch für Vorarlberg.

Die private Piz Buin Foundation, hinter der die Familie Dearstyne aus Bregenz steht, und mehr als 30 private „Paten“ leisten erhebliche finanzielle Beiträge bis zu 5000 Euro pro Person und Jahr.

Damit werden Ausgaben für besondere Förderung von Schülern zwischen 15 und 19 Jahren bestritten, dazu gibt es für die Stipendiaten auch Lernhilfen wie Computer oder Exkursionen zu wirtschaftlichen und kulturellen Anlässen. Neun Stipendiaten werden jedes Jahr gefördert, bei der Präsentation der „Neuen“ wurden bei der Feier auch die Maturanten, die Stipendiaten der ersten Stunde, vorgestellt. Und dabei zeigten sich die Jugendlichen in einem Licht, das tatsächlich Hoffnung macht. Natürlich, wer in dieses Stipendien-Programm kommt, der hat schon Vorleistung erbracht. Denn ansuchen kann man erst mit Eintritt in die Oberstufe einer AHS oder BHS, weshalb die Eltern der jungen Migranten schon viel investiert haben müssen, um ihre Kinder so weit zu bringen. Trotz solcher Einschränkung war erstaunlich, wie hier Integration gezeigt wurde. Sehr beeindruckend.

walter.fink@vn.vol.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.

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