Kommentar

Christa Dietrich

Adieu, Festival

Unter Musikern hieß es zuletzt, dass mit dem Feldkirch Festival nur noch eine Leiche künstlich am Leben erhalten wird. Das ist eine etwas unschöne Formulierung für eine Besonderheit im Vorarlberger Kulturjahr, die aus dem Ehrgeiz erwuchs, es dem erfolgreichen Schubertiade-Macher Gerd Nachbauer gleichtun zu können.

Der zog nämlich vor mehr als zehn Jahren mit all seinen Stars von dannen, und mit ihm verließ auch ein äußerst zahlungskräftiges Publikum die Stadt Feldkirch in Richtung Schwarzenberg, wo der Angelika-Kauffmann-Saal entsprechend ausgebaut wurde, und in Richtung Hohenems, wo sich Nachbauer selbst um die Adaptierung des Markus-Sittikus-Saales kümmerte.

So einfach wie es sich Bürgermeister Wilfried Berchtold vorstellte, ist es allerdings nicht mit der Kunst und schon gar nicht mit den interessierten Konsumenten. Zwar sicherte er sich nicht nur die Gefolgschaft im Rathaus, sondern auch jene des Landes, das das Festival ohne ein Verfahren, dem sich ein Förderungsnehmer sonst unterziehen muss, mitfinanzierte, dass die Rechnung nicht aufgeht, konnte aber nicht mehr kaschiert werden. Förderungssummen von 600.000 Euro wurden zuletzt für zehn Tage Musik und Musiktheater (das inhaltlich zumindest einiges zu bieten hatte) aufgewendet.

Mit dem Neubau des Montforthauses hat die Stadt nun eine Möglichkeit gefunden, sich aus der Affäre zu ziehen bzw. das Festival scheinbar ohne Gesichtsverlust auf Eis zu legen. In den verbleibenden zwei Jahren werden Diskussionen über die grundsätzliche Bespielung des Hauses aber wohl wichtiger sein als die Wiederbelebung des kleinen Festivals.

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