Starke Frage nach der Freiwilligkeit

von Christa Dietrich
Nach dem Unfall auf rot-schwarz-goldenen Krücken: Künstler Flatz.
Nach dem Unfall auf rot-schwarz-goldenen Krücken: Künstler Flatz.

Flatz-Aktionen lassen niemals kalt, schon gar nicht die aktuelle „InsAllah Burcu“.

Dornbirn. (VN-cd) Künstler Flatz ließ noch nie mit sich handeln und so stellte sich auch am Samstag heraus, dass jener Teil der Besucher, der sich aus Flaneuren der „Langen Nacht der Museen“ zusammensetzte, nicht berauscht davon war, vor dem Flatz Museum in Dornbirn mit politischen Themen konfrontiert zu werden. Vordergründig spektakulär ist die Aktion „InsAllah Burcu“ nämlich nicht, sie wirft allerdings brennende Fragen auf. In einer Kunsttransportbox herangerollt, wurde eine Person in einer Burka als Skulptur auf einem Sockel und unter einem Plexiglassturz in den öffentlichen Raum gestellt.

Die Betrachtung der für vier Stunden zum Kunstobjekt transformierten Frau führte unweigerlich zu Überlegungen über Verhüllungstraditionen. Zwischen dem Zwang und damit der Diskriminierung der Frau und der freiwillig gewählten und damit – je nach Motivation – zu respektierenden Lebenshaltung verläuft nämlich nur ein sehr schmaler Grat. Eines steht aber fest: Zu beschäftigen hat man sich mit diesen Fragen auch im angeblich liberalen Europa.

Performance „InsAllah Burcu“ in Dornbirn. Fotos: VN/Dietrich
Performance „InsAllah Burcu“ in Dornbirn. Fotos: VN/Dietrich
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