Produktion nach Bedarf

Mit dem Scannen an der Kasse wird nicht nur bezahlt, sondern auch der Produktionsprozess gestartet.
Mit dem Scannen an der Kasse wird nicht nur bezahlt, sondern auch der Produktionsprozess gestartet.

Der Begriff Industrie 4.0 ist vielen nicht bekannt. Doch Unwissenheit schürt Ängste.

Zukunft. (VN-cro) Die vierte industrielle Revolution findet längst statt. Doch ist sie auch schon im Umfeld von Beschäftigten angekommen? Immerhin soll sie die Arbeitsplätze zukünftig nachhaltig verändern. Und habe das auch schon getan. Industrie 4.0 oder auch Internet der Dinge genannt ist jedoch nur sehr wenigen ein Begriff. Um genau zu sein, wissen mehr als die Hälfe der Produktionsmitarbeiter in Österreichs Industriebetrieben nicht, was sie darunter verstehen sollen oder haben sogar noch nie etwas davon gehört.

Ländle-Betrieb im Fokus

Zu diesem Ergebnis kam jüngst das Gallup-Institut nach einer durchgeführten Telefonumfrage. Zugegeben, die Wortkombination Industrie 4.0 mag ein wenig sperrig klingen, aber die Erklärung dafür ist eigentlich ganz einfach. Gemeint ist nämlich nichts anderes als dass ein Werkstück seine Herstellung und die Abläufe drumherum selbst organisiert und nicht mehr vorprogrammierte Maschinen benötigt werden. Auch die kaufmännischen Aufgaben werden schon in die Fertigungsschritte integriert. Ein Beispiel: In New York kauft ein älterer Mann ein Hörgerät. Bei der Bezahlung beginnt mit dem Scannen des Codes die Fertigung des Hörgerätes. Das Interessante dabei: Der Hersteller hat seinen Sitz in der Schweiz und weiß zu jeder Zeit, wo sich das Hörgeräte-Werkstück befindet und welchen Produktionsschritt es gerade durchläuft. Dass Prozesse ortsungebunden ausgelöst und begleitet werden können, hat das Vorarlberger Unternehmen Servus Intralogistics ein System entwickelt. Auch bei Haberkorn profitiert man von Industrie 4.0, denn die Item-Profilsysteme boomen aufgrund des starken Automatisierungstrends überproportional. Wiegezellenschrank heißt das Logistiksystem, das zwar kompliziert klingt, aber nach einem ganz einfachen System funktioniert. Werden Produkte aus dem Wiegezellenschrank entnommen, verändert sich das Gewicht der Wiegeeinheit. Das wird im Wolfurter Unternehmen gemeldet. Dort regiert man dann auch sofort und füllt nach.

Zukunftsangst

Dass all die Technik und Digitalisierung bei den Beschäftigten für Ängste sorgt, ist leicht zu verstehen. Denn wie die Veränderungen, die in Zukunft erwartet werden, im Detail aussehen werden und welche Rolle der Beschäftigte bzw. Mensch dabei haben wird, ist noch nicht klar. Doch IV-Geschäftsführer Mathias Burtscher beruhigt: „Es wird auf dem Arbeitsmarkt sicher keinen schlagartigen Umbruch von heute auf morgen geben.“ Viele Unternehmen seien dabei schon sehr weit fortgeschritten, sodass der Prozess geschehen ist. Dennoch ist Burtscher überzeugt: „Aber selbst die intelligenteste Fabrik nutzt ohne die menschliche Arbeitskraft rein gar nichts.“

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