VN-Interview. Mag. Sabina Sakic, zertifizierte Lehrlingsausbilderin, VRZ Informatik GmbH, Dornbirn

VRZ: Kluge Köpfe sind gefragt

von Christine Mennel
Sabina Sakic: „Fortschritte zu beobachten ist für beide Seiten befriedigend und spornt an.“
Sabina Sakic: „Fortschritte zu beobachten ist für beide Seiten befriedigend und spornt an.“

Das Lernspektrum für IT-Techniker und Informatiker wird immer umfangreicher.

Sie sind seit 2011 für die Lehrlinge im Betrieb zuständig, seit letztem Jahr sind Sie zertifizierte Ausbilderin. Welche Stärken sollten Ihrer Meinung vorhanden sein?

sakic: Neben der fachlichen Kompetenz ist die Fähigkeit, viele verschiedene Rollen einnehmen zu können unerlässlich für einen Lehrlingsausbilder. Er ist im Normalfall Anlaufstelle Nr. 1 für den Lehrling.

Sicher ist es eine Herausforderung, Vorgesetzter und Autoritätsperson, Lehrer und Trainer, Erzieher, Vorbild und Vertrauensperson in einem zu sein?

sakic: Wissen zu vermitteln ist immer eine gewisse Herausforderung – unabhängig vom Alter. Bei Lehrlingen kommt hinzu, dass sie sich in einer wichtigen Entwicklungsphase befinden – eine nicht immer einfache Zeit, in der sie oft auf der Suche nach sich selbst sind. Deshalb sind wir sehr bemüht, dem Lehrling das „Wir“-Gefühl im Unternehmen zu geben und ihm viel Verständnis entgegenzubringen.

Welche Lehrberufe werden im Rechenzentrum erlernt?

sakic: Schon seit Jahrzehnten bilden wir in den Bereichen Bürokauffrau/Mann, IT-Technik und Informatik aus, seit Herbst auch in Rechnungswesen und Finanzassistenz.

Welches Umfeld brauchen die Jugendlichen um erfolgreich sein zu können?

sakic: Der ideale Arbeitgeber ermöglicht es, den gewählten Lehrberuf entsprechend dem Berufsbild zu erlernen. Gute Ausbilder und ein konkreter Ausbildungsplan sind für beide Seiten eine notwendige Unterstützung. Optimal ist es, wenn der Jugendliche seine Stärken einbringen, bzw. finden kann.

Gibt es eine besondere Ausbildungsstrategie, die sich von Anderen abhebt?

sakic: Die Ausbildung im IT-Bereich hat sich als besondere Herausforderung herauskristallisiert. Das zu vermittelnde Wissen wird immer umfangreicher, die Berufsschule kann mit nur einem Tag pro Woche die Grundlagen nicht ausreichend vermitteln. Darum unterstützen wir das Projekt „IT-Werkstatt“ von WIFI und WKO, das im Herbst mit dem 1. Lehrjahr startet und in dem unternehmensübergreifend vertiefende Praxis und Theorie gelehrt wird.

Wie kommt das Unternehmen an seine Talente?

sakic: Über Lehrer bzw. in den Schulen informieren wir über offene Stellen. Bei Schnuppertagen möchten wir potenzielle Lehrlinge kennen lernen und ihnen den Beruf so realitätsnah wie möglich nahe bringen, um ihr Potenzial bestmöglich einzuschätzen. Es ist uns wichtig, dass die Schnupperer ein authentisches Bild vom Beruf bekommen.

Was wünschen sich Vorgesetzte von ihren Lehrlingen?

sakic: Selbstständigkeit ist bei uns eine Grundvoraussetzung. Damit meinen wir Eigeninitiative, Engagement und Motivation.

Welche „Wünsche“ erfüllt im Gegenzug das Unternehmen?

sakic: Nichtraucher erhalten einen monatlichen Zuschuss und ein gutes Zeugnis wird mit Prämien honoriert. Wenn nötig, wird gemeinsam gelernt oder eine externe Nachhilfe organisiert. Weiterbildende Kurse sind fixer Bestandteil der Ausbildung. Unser Bürokauffrau-Lehrling etwa befindet sich im ersten Jahr und macht die Lehre mit Matura. In Sachen Weiterbildung werden unsere Lehrlinge voll unterstützt.

Zur Person

Mag. Sabina Sakic

Alter: 30 Jahre

Ausbildung: Betriebswirtin

Laufbahn: HAK Lustenau, BWL-Studium in Innsbruck, zertifizierte Lehrlingsausbilderin

Familie: ledig

Hobbys: Wandern, Biken und Lesen

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