Ausgezeichnete Lehrbetriebe. Sigrid Egle (50), Brücken Apotheke Bregenz

Großer Teamgedanke in kleinem Betrieb

von Christine Mennel
Sigrid Egle: „Ich versuche ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo unsere gemeinsame Sprache liegt.“
Sigrid Egle: „Ich versuche ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo unsere gemeinsame Sprache liegt.“

Breit gefächertes Ausbildungsgebiet für Lehrlinge in der Pharmazie.

bregenz. Es gibt wenige „ich’s“ in Sigrid Egles Sprache. Es ist ein „wir“, von dem sie spricht. Ihr kleines Team ist eine Gemeinschaft, die zusammensteht. Am 22. Oktober werden an einem neuen Standort in der Bregenzer Rheinstraße die Türen aufgeschlossen. Was der Kunde zu sehen bekommt, ist ein gemeinschaftliches Werk, an dem alle mitgearbeitet und ihre Ideen eingebracht haben. „Wir sind ein Puzzlespiel vom Ganzen“, beschreibt Egle die Situation. 2002 hat sie die Apotheke übernommen. Schon damals wurden Lehrlinge ausgebildet. Am Bewerb zum ausgezeichneten Lehrbetrieb hat sie trotzdem nie teilgenommen. „Ich dachte immer, dass wir mit zwei Lehrlingen zu klein dafür sind“, gibt sie sich bescheiden. Dabei hat es letztes Jahr beim ersten Mal auf Anhieb geklappt. Darauf darf man stolz sein: „Es ist ein tolles Gefühl, als Kleinbetrieb in der Masse der großen Betriebe mitmischen zu können.“

Voneinander lernen

Etwa ein Jahr arbeiten beide Lehrlinge zu zweit an ihrem Arbeitsplatz. So kann der jüngere vom Lehrling im dritten Jahr lernen und der Ältere lernt Wissen weiterzugeben und dieses verständlich zu vermitteln. Egle: „Der Ältere empfängt nicht nur, sondern gibt Erlerntes weiter. Das ist sehr hilfreich vor der Abschlussprüfung.“

Als Ausbildungsleiterin freut sie sich, ihre Schützlinge drei Jahre zu begleiten. Sie versucht auf jeden individuell einzugehen und lehrt nicht jeden gleich. „Eine positive Einstellung der Jugend gegenüber hilft sie zu verstehen“, sagt sie und ergänzt: „Dann läuft alles von selbst.“ Selbstreflektion, eine klare und objektive Sprache helfen ihr dabei.

Eine Stunde pro Woche bespricht sich das Team im Rahmen einer Spezialförderung. Dann werden Themen und Probleme angesprochen und Hilfestellung gegeben. Wichtig ist die Beratungsstärke. Einem kranken, neugierigen oder prophylaktischen Kunden soll jeweils individuell geholfen werden.

Multitalente gefragt

Die Arbeit ist sehr facettenreich, spannend und bietet Freiraum für eigene Gestaltung. Bereits im ersten Lehrjahr werden Teerezepturen gemischt, Warenwirtschaft erlernt und Tinkturen, Salben und Lösungen hergestellt. Im dritten Jahr kommen u. a. Körper- und Krankheitskunde sowie Pharmakologie dazu. Verschiedene Seminare und Fortbildungen, Messebesuche und interne Veranstaltungen machen die Ausbildung in der Apotheke attraktiv. Der auszubildende Lehrling erhält im Betrieb neben der Ausbildung im fachlichen Bereich auch die Möglichkeit, sich in der eigenen Persönlichkeit stark zu machen, seine Schwächen zu strukturieren und seine Stärken zu fördern. Egle: „Jeder Lehrling bringt sein eigenes Potenzial mit und wird dort abgeholt, wo er steht.“

Anforderungen sind mathematisches Können, organisatorisches Talent, Merkfähigkeit und soziales Verhalten. Von ihren Lehrlingen wünscht sich Sigrid Egle auch Motivation und Neugier. Gerade im medizinischen Bereich gibt es immer wieder Änderungen und Neues. Die Lehrlinge müssen Modifikationen schnell umsetzen können und flexibel sein. Viele Anforderungen an junge Talente, welche nicht einfach zu finden sind. Egle: „Man muss sich Zeit dafür lassen und Muße haben.“ Das Team entscheidet bei Neueinstellungen mit. Schließlich muss gerade in der Apotheke die Chemie stimmen.

Interessiert hat mich das Gesundheitswesen schon immer. Ich wollte aber auch Kontakt zu den Menschen haben, das macht mir Spaß. Ich kann vieles, was ich hier lerne, auch im privaten Bereich anwenden. Es ist ein sehr spannender und vielfältiger Beruf.  
 
 Lisa Immel,
 3. Lehrjahr
Interessiert hat mich das Gesundheitswesen schon immer. Ich wollte aber auch Kontakt zu den Menschen haben, das macht mir Spaß. Ich kann vieles, was ich hier lerne, auch im privaten Bereich anwenden. Es ist ein sehr spannender und vielfältiger Beruf. Lisa Immel, 3. Lehrjahr
Medizinische Themen haben mich schon immer interessiert. Zu erfahren, wie die einzelnen Wirkstoffe wirken, ist sehr spannend. Ich darf bereits Teemischungen herstellen, in der Warenwirtschaft mitarbeiten und merke, dass ich in ein großes Gebiet einsteige. Alle Kollegen sind sehr nett und wir haben ein tolles Team in einer angenehmen Atmosphäre.  
 Franziska Gerhalter,
 1. Lehrjahr
Medizinische Themen haben mich schon immer interessiert. Zu erfahren, wie die einzelnen Wirkstoffe wirken, ist sehr spannend. Ich darf bereits Teemischungen herstellen, in der Warenwirtschaft mitarbeiten und merke, dass ich in ein großes Gebiet einsteige. Alle Kollegen sind sehr nett und wir haben ein tolles Team in einer angenehmen Atmosphäre. Franziska Gerhalter, 1. Lehrjahr

Zur Person

Mag. pharm Sigrid Egle

info@bruecken-apotheke.at

Apothekerin, Eigentümerin

Alter: 50

Ausbildung: Pharmaziestudium in Innsbruck, bewegungsanalytische Tanzpädagogin, Fit-Lehrwart für Erwachsene und Kinder in Innsbruck, Schüssler-Antlitzberaterin, Nährstoff-Expertin, Fachberaterin für Darmgesundheit, Diabetes-Coach.

Laufbahn: Seit 22Jahren Apothekerin. Seit 1.1.2002 Leitung der Brücken Apotheke Bregenz

Familie: In Partnerschaft

Hobbys: Sport (Skifahren, SchneeWandern, Biken), Fortbildung, Genießen

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