Kommentar

Hans Concin

Ein optimistischer Blick auf Covid-19

Die brennende Frage nach der Covid-19-Immunität dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit heute positiv beantwortet sein. Mehrere Studiengruppen kommen unabhängig zum Schluss, dass die SARS-CoV-2 Infektion mit und ohne Symptome, mit und ohne Antikörper eine Immunität zumindest für Jahre hinterlässt. Das hat eine enorme Bedeutung für die Entwicklung einer Herdenimmunität und lässt auch hoffen, dass die Impfung ebenfalls lange wirksam ist.

Damit steht fest, dass die Pandemie überwunden werden kann. Für die SARS-1-Epidemie im Jahr 2003 ist inzwischen eine 17-jährige zumindest Teil-Immunität nachgewiesen.

Die vorläufig nur als Vorabdruck vorliegenden Studien kommen aus sehr renommierten Forschungsstätten mit einem hohen wissenschaftlichen Vorschussvertrauen. Würde man in der Krise einer Pandemie immer auf die begutachteten Publikation warten, würden dringend benötige wissenschaftliche Erkenntnisse für politische Entscheidungsträger erst um mehrere Monate verzögert zur Verfügung stehen.

Nach meiner Meinung ist in der Krise Schnelligkeit effizienter als Perfektion. Das gilt auch für die Antigen-Schnelltests, die helfen können die Pandemie in den Griff zu bekommen. Auch Massenscreenings, wie sie demnächst in Österreich vorgesehen sind, halte ich für sinnvoll. Die immer wieder vorgebrachte Kritik der nicht optimalen Sensitivität relativiert sich bei einer hohen Infektionsrate. Seit über einem Monat liegt der Anteil der positiv getesteten Personen in Österreich über zehn Prozent mit einem Maximum von 23,8 Prozent am 13. November. So hohe Prävalenzen erhöhen die Testsensitivität und eignen sich epidemiologisch optimal für ein Screening. Zu beachten ist, dass Screening nach einer hohen Wahrscheinlichkeit sucht, aber keine Diagnose stellt.

Die Trias: Anhaltende Immunität nach SARS-CoV-2-Infektion, wirksame Impfungen und breit eingesetzte Antigen-Schnelltests werden die Pandemie wieder sozial lebbar und den volkswirtschaftlichen Schaden verkraftbar machen.

Für Kassandras, die immer wieder Negativmeldungen verbreiten: Von weltweit 59 Millionen SARS-CoV-2 Infizierten (Stand 22. November 2020) haben sich 25 noch einmal infiziert mit meistens mildem Verlauf. Rechnerisch ist das knapp ein Fall auf zwei Millionen. Auch Mutationen sind nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft kein wirkliches Problem und haben sich bisher von selbst erledigt.

Hans Concin

hans.concin@vn.at

Prim. a. D. Dr. Hans Concin, Vizepräsident aks Verein

„Nach meiner Meinung ist in der Krise Schnelligkeit effizienter als Perfektion.“

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