Sport im Verein ist gut für die Seele

Egal, um welche Sportart es letztlich geht, gemeinsam durchgeführt bringt sie allen Beteiligten noch mehr Nutzen. Foto: sams

Egal, um welche Sportart es letztlich geht, gemeinsam durchgeführt bringt sie allen Beteiligten noch mehr Nutzen. Foto: sams

Er sorgt für regelmäßige Bewegung und trägt zur Eingliederung in die Gesellschaft bei.

Alpbach. Während die so genannten sozialen Netzwerke boomen und Twitter oder WhatsApp Millionen Nutzer in Österreich haben, nehmen die „wirklichen“ sozialen Kontakte spürbar ab. Gemeinsam mit der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) haben nun Wissenschaftler von der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin der MedUni Wien unter der Leitung von Hans-Peter Hutter die Effekte einer aktiven Mitgliedschaft in einem Sportverein auf die Gesundheit untersucht.

Psychische Gesundheit

Das zentrale Ergebnis der Metastudie: Neben dem positiven Effekt der regelmäßigen Bewegung hat die aktive Mitgliedschaft auch positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Die Studie wird am kommenden Dienstag, 22. August 2017, im Rahmen einer Partner- Session beim Europäischen Forum Alpbach unter dem Titel „Der Sportverein als Gesundheitsmotor“ von Hans-Peter Hutter präsentiert. Die wichtigsten gesundheitlich relevanten Effekte der analysierten 1685 Arbeiten zum Thema „Sportverein und Gesundheit“ sind kurz zusammengefasst:

» Die aktive Mitgliedschaft im Sportverein schon in der Jugend trägt zur Eingliederung in die Gesellschaft bei „und schützt Jugendliche davor, auf die schiefe Bahn zu geraten“, so Hutter.

» Die aktive Mitgliedschaft im Sportverein stärkt das Selbstvertrauen von Jugendlichen, das gilt laut den Studienautoren „insbesondere von Mädchen“.

» Die aktive Mitgliedschaft im Sportverein hat positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit (beispielsweise auf die Vitalität). Hutter: „Diese Effekte sind stärker als beim selbstorganisierten Sporttreiben.“

» Sportvereinsmitglieder sind generell mit ihrem Leben zufrieden(er).

» Die aktive Mitgliedschaft im Sportverein macht Spaß und bringt soziale Unterstützung mit sich. Dies führt auch zu einer regelmäßigeren sportlichen Betätigung.

Für alle Altersgruppen

Die positiven gesundheitlichen Effekte der sozialen Aspekte in Sportvereinen konnten in allen Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern nachgewiesen werden. Generell, so die Autorinnen und Autoren (Hans-Peter Hutter und Peter Wallner von der MedUni Wien, Anna Wanka von der Uni Wien; Christian Gormász, Anna-Maria Wiesner und Rainer Rößlhuber von der BSO), werde die soziale Komponente in der Medizin oft unterschätzt und ihre positiven Wirkungen auf die Gesundheit wenig thematisiert, so auch beim Sport.

Zuletzt hatten, wie berichtet, aktuelle Studien auch darauf hingewiesen, dass ein aktives Sozialleben positive Effekte sogar bei der Prävention von Demenzerkrankungen bringt. Hutter: „Soziale Kontakte halten vital, du musst auf dein Gegenüber reagieren. Deine kognitiven Fähigkeiten werden gefördert. Sport im Verein hat einen generellen psychosozialen Nutzen. Das ist auch ein Alleinstellungsmerkmal einer Vereinstätigkeit.“

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