Mittelweg zwischen Lebensstil und Blutzuckerwert gefunden

von Marlies Mohr
Markus Berndt hat es laut eigenen Erfahrungen geschafft, den Diabetes aus seinem Körper zu vertreiben, und berichtet darüber auch in Büchern.

Markus Berndt hat es laut eigenen Erfahrungen geschafft, den Diabetes aus seinem Körper zu vertreiben, und berichtet darüber auch in Büchern.

Markus Berndt hat den Typ-2-Diabetes laut eigenen Angaben endgültig besiegt.

Schwarzach. (VN-mm) Er will Menschen nicht missionieren, sondern sie nur inspirieren, es ihm gleichzutun und damit einem der größten gesundheitlichen Feinde, dem Typ-2-Diabetes, die Stirn zu bieten. Aber auf andere als die herkömmliche Weise, die bevorzugt in einer Medikamenten-Therapie besteht. Markus Berndt (49) hat dem Diabetes mithilfe einer gründlichen Lebensstil­änderung ade gesagt. Inzwischen hat er dazu sein drittes Buch herausgebracht, in dem er sogar von einer Heilung seiner Erkrankung spricht. „Seit fünf Jahren bin ich nicht mehr als Diabetiker diagnostiziert“, begründet er seine Kühnheit. Die teilte Berndt unlängst auch mit rund 100 Zuhörern bei Russmedia in Schwarzach. Ein ausverkaufter Veranstaltungssaal belegte die Brisanz des Themas.

Kritik an gängiger Therapie

Markus Berndt war 44, als er nach einer Gesundenuntersuchung mit der fatalen Diagnose konfrontiert wurde. Sie kam völlig überraschend. Denn nichts hatte vorher auf einen Diabetes Typ 2 hingewiesen. Stress, ja, im Beruf und damit verbunden teils ungesunde Lebensgewohnheiten. Aber kaum Übergewicht und auch sonst keine Probleme. Sein Arzt habe ihn sofort zu einer Insulintherapie drängen wollen, erzählte Berndt. „Doch ich habe von Anfang an gewusst, dass das nicht mein Weg ist.“ Er ist vielmehr überzeugt, dass bei Diagnosestellung noch jeder Diabetiker die Möglichkeit hätte, die Krankheit mit einer Änderung des Lebensstils in die Schranken zu weisen. Viel zu oft werde zu früh mit Medikamenten begonnen, kritisierte er. „Dabei ist eigentlich klar, dass man es zuerst mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten probieren soll“, zitierte Markus Berndt aus den Therapieleitlinien für die Behandlung von Diabetes. Erst wenn sich innerhalb von drei bis sechs Monaten keine Erfolge einstellen, sind Tabletten ein Thema.

Natürliche Mittel

Nach der Diagnose begann Berndt, sich intensiv mit Diabetes auseinanderzusetzen und sein Leben komplett umzukrempeln. Vorrangig ging er seine Ernährung an. „Ich bin kein Freund von Entbehrungen“, tat er kund. Doch alles, was ihm schadet, verbannte er aus seiner Küche. Dazu gehören unter anderem Zucker und Weizen. Stattdessen suchte er nach natürlichen Mitteln, um den Blutzucker zu senken bzw. stabil zu halten. Kräuter und Gewürze wie Zimt und Cayennepfeffer bieten diese Möglichkeit. Als wichtigste Regel in diesem Zusammenhang nannte Markus Berndt: „Einfach ein paar Dinge weglassen.“ Das gilt allerdings nicht für Bewegung. „Mit Sport allein lässt sich dem Diabetes nicht beikommen“, betonte er. Optimal sei es, Ernährung und Sport zu verbinden.

Blutzuckerspitzen vermeiden

Bei Diabetes Typ 2 handelt es sich um eine Stoffwechselentgleisung, der eine Insulinresistenz zugrunde liegt. Bei dieser sprechen die Körperzellen schlechter auf Insulin an. Das Hormon hat eigentlich die Aufgabe, die Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zellen weiterzuleiten. Bei einer Insulinresistenz gelingt das nur unzureichend. Der Zucker staut sich in den Blutgefäßen an und schädigt diese über kurz oder lang. „Insulinresistenz ist aber keine Einbahnstraße“, lautete die Botschaft. Mit einer Lebensstilmodifikation lasse sie sich wieder umkehren. Als wichtigste Faktoren nannte er die Ernährungsumstellung, Bewegung und Stressreduktion. Gleichzeitig müsse bei einer solchen Therapie jedoch jeder bereit sein, mehrmals am Tag den Blutzucker zu messen. Das verlangt er auch von den Teilnehmern seiner Seminare. Schließlich gilt es, Blutzuckerspitzen, die sich negativ auf die Gefäße auswirken, zu vermeiden. Und das gelingt nur, wenn der Blutzuckerwert bekannt ist.

Mehr Lebensqualität

Mittlerweile diskutiert der selbstständige Berater auf dieser Basis auch mit Ärzten. Dass er schon zu Fortbildungen eingeladen wurde, wertet Markus Berndt als gutes Zeichen. „Es ist ja alles wissenschaftlich fundiert und an mir getestet“, meinte er. Sein eigenes Dasein bezeichnet er als jetzt entspannter und mit hoher Lebensqualität. „Ich bin leistungsfähiger, schlafe besser und bin nach dem Essen nicht müde“, listete Berndt weitere Vorteile der Ernährungsumstellung auf. Er habe für sich einen guten Mittelweg zwischen Lebensstil und Blutzuckerwerten gefunden.

<p class="caption">Das Interesse am Diabetes-Vortrag von Markus Berndt bei Russmedia war enorm. Fotos: vn/paulitsch</p>

Das Interesse am Diabetes-Vortrag von Markus Berndt bei Russmedia war enorm. Fotos: vn/paulitsch

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