Meinung

Marlies Mohr

Schritt ins Leben

Hier eine digitale, dort eine analoge Uhr. Die eine ganz leise, die andere von gutem altem Schlag. Doch beiden ist gemeinsam: Ihre Zeiger rücken gegen Mitternacht vor. Es entspinnt sich ein Dialog, wie er häufig geführt wurde. „Es wäre an der Zeit, ins Bett zu gehen. Morgen ist wieder Schule.“ Der Angesprochene blickt kurz auf und nuschelt: „Mama, wann merkst du dir endlich, dass ich kein Schüler mehr bin.“

Das wird wohl erst sein, wenn er sein Maturazeugnis hat. Bis dahin wird mich noch öfter die Routine vergangener Jahre einholen. „Aufstehen“ oder „ab ins Bett“: Man könnte sich  ausrechnen, wie oft diese Sätze gefallen sind. Aber wozu. Das, was man sich weiß Gott wie oft wünschte, nämlich dass der Nachwuchs erwachsen werden möge, hat sich erfüllt. Schön.

Dennoch bescheren mir solche Ereignisse immer auch ein bisschen Wehmut. Aber die Uhr, ein Relikt aus Volksschultagen, gemahnt mit ihrem lauten Ticken, nicht in Erinnerungen hängenzubleiben. Deshalb viel Glück allen, die dabei sind, den Schritt aus dem Schülerdasein zu tun.

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