Mit einem positiven Blick in das neue Jahr

von Tanja Schwendinger
Stefan Finžgar möchte ein attraktives Programm für seine neue Galerie am Schlossgraben auf die Beine stellen. VN/Paulitsch

Stefan Finžgar möchte ein attraktives Programm für seine neue Galerie am Schlossgraben auf die Beine stellen. VN/Paulitsch

Künstler Stefan Finžgar zieht auch Positives aus der Krise und eröffnet neue Galerie in Feldkirch.

Feldkirch Die Coronakrise hat die Kunst- und Kulturwelt ordentlich auf den Kopf gestellt. Zahlreiche Ausstellungen mussten aufgrund der Pandemie in diesem Jahr abgesagt werden, die Künstler wurden zum Stillstand gezwungen. Der Feldkircher Künstler Stefan Finžgar (31) erinnert sich noch genau an den Beginn der Pandemie und die Auswirkungen auf sein künstlerisches Schaffen. „Ich war gerade in London, als wir das Ausmaß in Wuhan erstmals etwas einschätzen konnten. Dass dieses Virus schließlich bald die ganze Welt einnehmen würde, ahnte damals aber noch niemand. Für viele Kunstschaffende hatte das dramatische Auswirkungen, auch ich musste mehrmalig Ausstellungen absagen, das war natürlich bitter“, berichtet Stefan Finžgar, der schon früh seine Leidenschaft fürs Zeichnen und Malen entdeckte und seine Kunst bereits im Alter von 16 Jahren in einer Ausstellung präsentierte.

Mehr Zeit für die Kunst

Der Feldkircher, der seit 2017 im 250 Quadratmeter großen Atelier CLE in Meiningen arbeitet, ist in dieser herausfordernden Zeit jedoch nicht untätig geblieben und kann auch Positives aus der Krise ziehen. „Trotz aller Wucht, mit der uns Covid-19 traf, gibt es Positives. So genoss ich im wahrsten Sinne des Wortes die Entschleunigung. Unnötige Sitzungen, die Abende füllten, wurden abgesagt oder kurz und effektiv abgehandelt. Der ewige Stress, auch im privaten Bereich, ging zurück. Man fand endlich wieder einmal Zeit für sich – und in meinem Fall natürlich für die Kunst“, berichtet Finžgar im Gespräch mit den VN. Aber nicht nur für seine Kunst sieht er positive Auswirkungen: „Ich glaube, so schlimm das Jahr für viele von uns war, tat es der Umwelt außerordentlich gut. Konsum und Mobilität mussten zurückgefahren werden, eventuell können wir auch so manches nach der Pandemie beibehalten“, hofft der 31-Jährige.

„Stolz auf neue Galerie“

Auch wenn derzeit noch nicht absehbar ist, wie lange uns das Virus noch im Griff haben wird, hat Stefan Finžgar allen Grund, positiv in das neue Jahr zu blicken. „Unser neustes Kind ist die Galerie am Schlossgraben in Feldkirch, worauf ich sehr stolz bin. Mein Team, allen voran Clemens Walser, leistet tolle Arbeit für die Bereicherung der Vorarlberger Kunstszene.“ Im Dezember starteten die Umbauarbeiten, die im Februar abgeschlossen werden sollen. Eröffnet werden soll, sobald sich die Lage wieder etwas entschärft hat.

Für 2021 hat sich der Künstler vorgenommen, nicht nur die abgesagte vierte bzw. fünfte Ausgabe der „art lounge“ in seiner Atelierhalle in Meiningen nachzuholen („aufgeschoben ist nicht aufgehoben“), sondern auch ein attraktives Programm für die neue Galerie am Schlossgraben auf die Beine zu stellen. „Neben dem ganzen Organisatorischen liegt natürlich das Kunstschaffen und Erarbeiten neuer Werke im Fokus.“

Welt mit Kunst bereichern

Stefan Finžgar ist sich sicher, dass gerade die Künstler und Kulturschaffenden diejenigen sind, die die Kreativität und den Elan dazu haben, Konzepte und Ideen zu formen, um bestmöglich aus der Krise zu kommen. „Das Wort Krise kommt normalerweise nicht oft in meinem Wortschatz vor. Selbstverständlich hat es viele, vor allem jene, die davon leben dürfen, hart getroffen. Nun gilt es, den Blick nach vorne zu richten und die Menschen weiterhin mit unserer Kunst und Kultur zu bereichern.“

Wunsch für 2021

Sein persönlicher Wunsch für 2021? „Ich wünsche mir Gesundheit, ein rasches Wiederhochfahren der Kunst und Kultur, interessante Begegnungen und Projekte sowie Spaß und Lebensfreude in jeder Minute 2021.“

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