Mit der Impfung aus der Coronapandemie

von Marlies Mohr

Experten sind vom Nutzen der Impfung zutiefst überzeugt.

dornbirn In der Bevölkerung herrscht noch die Skepsis vor. Für Fachleute ist klar: Nur mit einer Impfung lässt sich die Coronapandemie auf Dauer wirksam bekämpfen. „Es gibt keine Alternative zur Impfung“, stellen auch die Molekularbiologen des VIVIT-Instituts in Dornbirn, Dozent Axel Mündlein (51) und Dozent Andreas Leiherer (42), unmissverständlich fest. Im anderen Fall würde es eine Durchseuchung von mindestens 70 Prozent der Bevölkerung brauchen, um das pandemische Geschehen stoppen zu können. Doch davon ist Österreich weit entfernt. Laut Leiherer liegt die Rate derzeit bei gerade einmal fünf Prozent.

Studien sind einsehbar

Jetzt ist er da, der als medizinische Errungenschaft gehandelte Impfstoff. Mit den ersten Impfungen wurde bereits begonnen, die Verantwortlichen hoffen auf eine hohe Beteiligung, wenn der Impfstoff auch für die breite Masse zur Verfügung steht. Das soll aller Voraussicht nach ab April der Fall sein. „Ohne Impfung werden wir die für eine Herdenimmunität erforderlichen 70 Prozent nicht erreichen“, sagt Axel Mündlein und ergänzt: „Die Impfung ist zu diesem Zeitpunkt der einzige Weg, der uns aus der Pandemie hinausführen kann.“ Die Molekularbiologen selbst sind vom Impfstoff überzeugt. „Schon die Zwischenauswertung, die einen hohen Schutz bei relativ geringen Nebenwirkungen erbrachte, haben mich positiv gestimmt“, bestätigt Mündlein.

Erst jüngst wurden zudem die Daten von drei Monaten intensiver Testung des mRNA-Impfstoffs von Biontech/Pfizer an rund 40.000 Probanden im angesehenen Medizinjournal „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht und damit für alle Interessierten zugänglich gemacht (https://doi.org/10.1056/NEJMoa2034577). „Daraus lässt sich gut ablesen, dass ein erster Schutz gegen Covid-19 bereits 12 Tage nach der 1. Impfung einsetzt“, erläutert Mündlein. Sieben Tage nach der 2. Impfung wird ein 95-prozentiger Schutz erreicht. Der mRNA-Impfstoff enthält keine Zusatzstoffe und greift laut den Herstellern auch nicht in die menschliche DNA ein. RNA-Impfstoffe gehören zu den genetischen Impfstoffen.

Natürliche Reaktion

Die Nebenwirkungen werden als leicht beschrieben, wobei Andreas Leiherer betont: „Bei jeder Impfung können Nebenwirkungen auftreten.“ Im Falle der Coronaimpfung wurden von manchen Studienteilnehmern leichte Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen angegeben. Bei einem von sieben Geimpften ist nach der 2. Dosis Fieber aufgetreten, wobei die Temperatur nur in wenigen Fällen über 39 Grad stieg. „Fieber ist eine natürliche Reaktion des Immunsystems, das durch den Impfstoff quasi zusätzlich angefeuert wird“, erklären die beiden Forscher. Zu Nebenwirkungen kam es übrigens auch in der Placebogruppe. „Die Leute hören eben besser in ihren Körper hinein“, erklärt Axel Mündlein diese psychosomatischen Erscheinungen. Eine Impfung bedeute für den Körper immer auch eine Stresssituation.

Noch ein interessantes Ergebnis aus den Studien: Bei den jungen Probanden traten die Nebenwirkungen häufiger auf als bei den älteren, bei denen sie außerdem auch weniger ausgeprägt waren. „Die Testphasen haben überdies gezeigt, dass durch die Impfung die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, viel geringer war als in der Placobogruppe, die keinen Impfstoff erhielt“, bringt Andreas Leiherer den wichtigsten Aspekt ins Spiel. Ungeklärt ist allerdings, wie lange der Impfschutz tatsächlich anhält.

Weiterführende Studien

Diese Frage ist Teil weiterführender Studien. „Man wird vermutlich wiederholt impfen müssen“, glauben auch Mündlein und Leiherer. Nichtsdestotrotz sind sich die Experten einig: „Das Risiko der Coronaimpfung ist überschaubar, die Angst davor unbegründet. Das gelte es, den Menschen bewusst zu machen. Dafür brauche es begleitend zu den Impfkampagnen eine gute Aufklärung und Information. „Wir werden uns impfen lassen, sobald ein Impfstoff für uns verfügbar ist“, bekräftigen Axel Mündlein und Andreas Leiherer. Sie sind überzeugt, dass der Impfschutz durch die Kombination unterschiedlicher Impfstoffe, noch verbessert werden könnte. Studien sind in Planung.

<p class="caption">Die Molekularbiologen des VIVIT-Instituts, Andreas Leiherer (l.) und Axel Mündlein, setzen große Hoffnungen in die zugelassenen Impfstoffe. vN/stiplovsek</p>

Die Molekularbiologen des VIVIT-Instituts, Andreas Leiherer (l.) und Axel Mündlein, setzen große Hoffnungen in die zugelassenen Impfstoffe. vN/stiplovsek

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