Gemeinsam durch ­herausfordernde Zeiten

von Matthias Rauch
Die Wolfurterin Karina Simonelli engagiert sich seit März im Rahmen von #vorarlberghältzusammen und geht für andere auf den Weg.  VN/RAuch

Die Wolfurterin Karina Simonelli engagiert sich seit März im Rahmen von #vorarlberghältzusammen und geht für andere auf den Weg.  VN/RAuch

Karina Simonelli engagiert sich bei #vorarlberghältzusammen.

Schwarzach Durch die Corona­krise und den Lockdown im Frühjahr 2020 ist das öffentliche Leben zu großen Teilen zum Erliegen gekommen. Trotz oder gerade deswegen setzen sich die Vorarlberger Nachrichten und Russmedia mit der am 13. März 2020 gestarteten Initiative #vorarlberghältzusammen zum Ziel, die Menschen in Vorarlberg in dieser Zeit näher zusammenzubringen. Innerhalb kürzester Zeit wurden im Rahmen dieser Kampagne unterschiedliche Aktionen auf die Beine gestellt. So wurde etwa Mitte März zur landesweiten Nachbarschaftshilfe aufgerufen, bei der sich 1300 Freiwillige meldeten und deren Kontaktdaten in den VN veröffentlicht wurden. Eine davon war Karina Simonelli.

Hilfreich auf Einkaufstour

„Für mich war das gar kein Thema. Man kann was Gutes tun und helfen, ich kann es mir einrichten“, sieht die 43-Jährige ihren Einsatz als selbstverständlich an. Die Wolfurterin meldete sich im März bei den VN und ging bald für zwei Haushalte einkaufen. Einer von beiden ist eine ältere Dame, die sich aufgrund ihres Rollstuhls das ganze Jahr auf eine Einkaufshilfe verlässt. Diese hilfreiche Seele ist jedoch selbst ein älterer Herr und sollte aufgrund der Pandemie geschont werden, also sprang Simonelli für ihn ein. Eine Woche nach der Dame meldete sich ein älterer Herr, für den Simonelli ebenfalls einkaufen ging.

Die Einkäufe stellte sie vor die Tür, klingelte und ging auf Sicherheitsabstand. Zwischen Tür und Angel hielt man dann ein kleines Schwätzchen. „Ich finde, das gehört auch dazu. Jeder war allein daheim, damals durfte nicht einmal die Familie vorbeikommen“, sieht die Kleinkinderbetreuerin schon die Gefahr der Vereinsamung und hier eine Möglichkeit, etwas Abwechslung zu bieten. Mit dem Ende der ersten Welle organisierten sich die beiden Senioren wieder selbst. Als es nun im Herbst wieder ernster wurde, meldete sich zumindest die Dame wieder bei der dreifachen Mutter. „Das ist eine sehr organisierte Frau, es ist sensationell“, lacht Simonelli. Die Einkaufsliste bekommt sie zweimal in der Woche, und zwar genau in der Reihenfolge, wie sie die Produkte im Laden ums Eck beim Durchgehen vorfindet.

„Ich hatte nie das Gefühl, dass es ein Mehraufwand ist“, freut sich Simonelli darüber, anderen den Alltag einfacher zu machen. Man merkte im Laden vor allem im Frühjahr, dass viele nicht nur für sich selbst auf dem Weg sind. Andere wollten ihre Selbstständigkeit nicht aufgeben und lehnten das Angebot deswegen ab, so Simonellis Eindruck. Aus den Einkaufstouren entwickelten sich sogar Freundschaften: Für ihren Aufwand bäckt die Dame immer wieder Kuchen für Simonellis Familie, aus den Schwätzchen wurden längere Gespräche. Und auch der Herr zeige sich bis heute immer wieder mit Blumengeschenken erkenntlich. „Es ist immer ein Geben und Nehmen.“

Kinderseite und Webinare

Neben der Nachbarschaftshilfe wurden weitere Impulse im Zuge von #vorarlberghältzusammen gesetzt. Weil die Situation gerade für Familien eine Herausforderung war, boten die VN in der Zeit des Lockdowns etwa täglich eine eigene Kinderseite. Über die kostenlose Grußkartenaktion konnten Enkelkinder Oma und Opa über die Zeitung grüßen lassen. Für die Zeit zu Hause gab es täglich Sportübungen und für das geistige Training sorgten der Ausbau der täglichen Rätselseite sowie ein 48-seitiges Rätselheft. Nicht zuletzt haben Leser über Webinare die Möglichkeit, Fragen an zahlreiche geladene Experten oder Politiker zu stellen.

Solidarität und Gemeinschaft

Auch für die heimische Wirtschaft setzt die Kampagne Schwerpunkte: So werden Vorarlberger Unternehmen kostenlose Ankündigungen ihres Lieferservice sowie eine Übersicht von regionalen Onlineshops angeboten, damit Kunden auch während der Krise erreicht werden können. Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zeigten im Sinne von #vorarlberghältzusammen, wie Solidarität und Gemeinschaft in der Krise gelebt werden können. Die VN und Russmedia bieten dafür die Plattform.

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