Gästen zu Hause besondere Momente bescheren

von Bettina Maier-Ortner
Kassian Xander (l.) mit Geschäftsführer René Gmeiner (32). Privat

Kassian Xander (l.) mit Geschäftsführer René Gmeiner (32). Privat

Wie sich Vorarlberger Gastronomen kreativ gegen die Krise stemmen.

Dornbirn, Feldkirch „Es war natürlich eine große Unsicherheit beim ersten Lockdown, wer was und wie tun muss. Beim zweiten haben wir uns darauf eingestellt und waren vorbereitet“, berichtet der alteingesessene Dornbirner Gast­ronom Gabriel Venturiello. „Im ersten Lockdown begannen wir nach rund zwei Wochen zu liefern. Da haben wir uns beim zweiten Lockdown gesagt: ,Okay, das machen wir.‘ Wir hatten dann auch Erfahrungswerte“, so der Chef von „Gabriel’s Cucina“. Das Team um Venturiello kreierte sinnvolle Gerichte, die gut zu liefern sind. So wurde ebenfalls geklärt, ob alle Mitarbeiter bereit sind, Lieferfahrten zu übernehmen. „Ohne das tolle Team wäre dies nicht zustande gekommen.“ Das „Cucina“-Team hatte bereits ein kleines Liefer-Stammpublikum, darunter ein Gast, der als Risikopatient jeden Mittag zugestellt bekommt. „Unsere Lieferdienste laufen gut, trotzdem haben auch wir Kurzarbeit anmelden müssen.“

Um seinen Gästen beim Ausliefern eine schöne Zeit zu bescheren, griff Venturiello im ersten Lockdown auf kreative Ideen zurück. „Ich kenne das von Italien, wo Lieferdienste mit Musik ihre Gerichte den Gästen überbringen. Besonders im ersten Lockdown saßen alle zuhause, sind von einer Coronanachricht zur nächsten, waren deprimiert. Ich dachte, ich will da einen positiven Beitrag bringen. Habe Musik gemacht, mit einem Kabarettisten Witze-Videos gedreht und und und“, erzählt er. Täglich postete das Team auf ihrer Facebook-Seite ein Lockdown-Lied. „Wir wollten etwas Positives vermitteln“, so der lebensfrohe Gastgeber. Auf Facebook ist auch sein Quiz entstanden. „Ich habe im Schnee ausgeliefert und wollte zeigen, wo wir überall sind. Und die Follower sollten raten. Zu gewinnen gab es eine Flaschen Wein. Jetzt ist das ein Klassiker“, sagt er mit einem Lächeln, das die Krise nicht kaputt zu kriegen vermag. „Wir werden immer kreativ bleiben. Wir wollen den Menschen etwas Schönes nach Hause liefern.“

Start mitten in der Krise

Anfang Juli 2020 hat das Feldkircher Restaurant „One More“ mit zwölf Angestellten eröffnet – coronabedingt ohne Feier. „Wir haben den ersten Lockdown abgewartet, wir wollten eigentlich bereits Anfang März öffnen“, beschreibt Kassian Xander die Widrigkeiten, denen das noch junge Restaurant gegenüberstand. „Wir haben unser Team behalten. Von dieser Krise geht die Welt nicht unter“, so der Optimist. Im zweiten Lockdown hat das „One More“ direkt auf Take-away und Lieferservice umgerüstet, was bedeutete, dass zwei Autos angeschafft wurden. „Das liefern funktioniert tadellos, wir haben ein großes Einzugsgebiet. Von Nenzing bis Götzis.“ Alles klappt online und ist in die Homepage integriert. „Mein Geschäftspartner hat das mit der App und der Anbindung zum Kassensystem programmiert. Durch Firmen im Industriepark und Kanzleien, die eine kurze Mittagspause haben, wurde der Kundenstamm vergrößert.“ Die App zeigt den Gastronomen zudem, dass sie über 50 Prozent Neukunden im Dezember gewinnen konnten. „Unsere Stammgäste sind uns treu. Wir erhalten über Social Media gute Kommentare und positive Reaktionen. Der Kundenkontakt bleibt leider aus“, findet Xander schade, glaubt aber, dass das junge Team das Beste daraus macht. „Wir sind positiv, wird schon werden.“

<p class="caption">Gabriel Venturiello hat bereits im ersten Lockdown auf einen persönlichen Lieferservice umgestellt.  VN/Maier-Ortner</p>

Gabriel Venturiello hat bereits im ersten Lockdown auf einen persönlichen Lieferservice umgestellt.  VN/Maier-Ortner

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