Bei Bio-Eiern ist der Gockel mit dabei

Johannes und Mathias Allgäuer vom Sennhof in Rankweil inmitten ihrer „glücklichen Hühner“. Die Bio-Eier werden in ihrem Lädele verkauft. VN/steurer

Johannes und Mathias Allgäuer vom Sennhof in Rankweil inmitten ihrer „glücklichen Hühner“. Die Bio-Eier werden in ihrem Lädele verkauft. VN/steurer

Henne und Hahn: Wer bei Eiern auf die Qualität achtet, setzt auf Bio.

HahnAUFZUCHT Nach wie vor kommt weltweit der allergrößte Teil der Eier aus Betrieben, in denen die Hühner ein alles andere als glückliches Leben führen. So hat etwa China einen Marktanteil von 38 Prozent. In Zahlen ausgedrückt werden in der Volksrepublik jährlich weit mehr als 500 Milliarden Eier produziert. Zum Großteil von Hühnern, die ihr kurzes Leben zusammengepfercht in engen Drahtkäfigen fristen müssen. Gerade bei verarbeiteten Produkten sind Herkunft und Haltungsform oft nicht eruierbar.

Bruder-Hahn-Projekt

Wie sehr Eier unseren Speiseplan bereichern, wird daran ersichtlich, dass in Österreich pro Kopf jährlich 240 davon verzehrt werden. Wer dabei auf regionale Produzenten setzt, kann sicher sein, dass ihm kein Käfig unterkommt. Denn in Österreich ist Käfighaltung – auch in ausgestalteter Form – seit Jänner 2020 gänzlich verboten. Mehr noch: Mit dem „Bruder-Hahn-Projekt“ bei Bio-Eiern spielt unser Land eine internationale Vorreiterrolle. Das heißt, dass die männlichen Küken nicht sofort nach dem Schlüpfen „entsorgt“, sondern aufgezogen werden. Wie das in der Praxis funktioniert, weiß Eierproduzent Peter Schneider aus Möggers, der bei diesem Programm schon seit über drei Jahren dabei ist. „Ich zahle pro Henne, die ich von einem niederösterreichischen Züchter erhalte, fünf Euro mehr. Mit diesem Geld werden die Hähne in einem anderen Betrieb aufgezogen.“ Sie wachsen unter natürlichen Freilandbedingungen auf und später wird ihr Fleisch genützt. Alles erfolgt behutsam und in einem sinnvollen und ethischen Kreislauf, der gerade in Hinblick auf Tierwohl und Klimaschutz eine neue Bewusstseinsbildung darstellt. Die Eier – für die er einen höheren Preis erhält – liefert der 54-jährige Landwirt wiederum an den Sennhof in Rankweil.

Wiesenhühner aus Hörbranz

Geflügelfleisch erfreut sich hierzulande großer Beliebtheit. Und auch hier gilt, dass das meiste aus großen Mastbetrieben stammt. Innerhalb von vier bis sechs Wochen werden die Küken auf das 50-Fache ihres Geburtsgewichts von 40 Gramm hochgemästet. Einen ganz anderen Weg gehen da die Hörbranzer Josef Ruloff und Markus Casagrande. Sie sind Mitglieder im Programm Ländle-Wiesenhuhn. Die Hühner wachsen in natürlicher Umgebung auf und dürfen nach Belieben picken und scharren. „Schließlich handelt es sich bei den Tieren um Lebewesen und nicht um irgendeine Ware“, hoffen die beiden, dass ihr Projekt auch von den Konsumenten angenommen wird. Da es sich um eine langsam wachsende Hybridrasse handelt, haben die Hühner eine ausgezeichnete Fleischqualität.

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