Künstler aus dem Bezirk Dornbirn. Albrecht Zauner (58)

„Ein Steinblock hat eine große Reise hinter sich“

Albrecht Zauner in seinem Atelier. Derzeit arbeitet er an seiner Serie mit den Steinköpfen. yas (3)

Albrecht Zauner in seinem Atelier. Derzeit arbeitet er an seiner Serie mit den Steinköpfen. yas (3)

Bildhauer Albrecht Zauner aus Lustenau über Skulpturen, Zeichnungen und sakrale Orte.

Lustenau Albrecht Zauners Zugang zur Kunst war schon früh geprägt durch seinen Onkel, den Bildhauer Herbert Albrecht, der ihm schon als Kind die faszinierende Welt der Formen aus Gips, Bronze und Stein eröffnete.

Am Eingang von Zauners Atelier steht ein großer Portalkran, mit dem tonnenschwere Skulpturen gehoben und in einen Anhänger verladen werden können. Bevor man zu der Vielzahl schon fertiger oder sich in Arbeit befindlichen Skulpturen gelangt, passiert man eine überdimensionale „Staubabfangmaschine“, die läuft, sobald der Künstler den Stein bearbeitet. Trotzdem trägt er zusätzlich noch eine Gesichtsmaske, um sich vor den unzähligen Steinstaubpartikeln zu schützen. Auf zwei Holzböcken liegt ein Steinrelief: Es stellt einen Kopf dar und ist die dritte Arbeit einer Ikonen-Serie.

„Diese Köpfe entstanden aus einer wunderbaren Erfahrung heraus, die ich auf der Insel Patmos gemacht habe. Dort werden die Bilder berührt und geküsst, um eine innige Verbindung mit dem Heiligen auszudrücken“, sagt der Künstler, den das Material Stein am meisten fasziniert. Jeder Steinblock habe eine große Reise hinter sich, zudem sei die Arbeit am Stein durch Jahre der Erfahrung vertraut geworden. Die neue, noch nicht ganz fertige Arbeit heißt „Lichthalber“ und ist einer jungen Sängerin gewidmet, die auf dem Weg zu ihrer eigenen Stimme oder zu ihrem eigenen inneren Licht ist. Auch ein Relief lebt durch das Licht.

Frühe Faszination für Stein

Die Liebe zur Kunst hat Albrecht Zauner schon früh entdeckt. Er hatte einen guten Lehrer am Gymnasium in Wangen, der ihn den Umgang mit Gips lehrte, ebenso wie das Aquarellieren in der Landschaft oder die Kunstgeschichte. Außerdem besuchte Zauner regelmäßig seinen Onkel Herbert in Wolfurt. „Mein Onkel hat mir schon als Kind einen Stein, einen Hammer und einen Meißel gegeben. Ich habe in den Stein gehauen, bis meine Hände blutig waren.“ Es war folgerichtig, dass Albrecht Zauner sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien absolvierte. Schon im ersten Studienjahr habe er für seinen deutschen Heimatort eine 1,20 Meter hohe steinerne Christusstatue gemacht. Diese sahen Personen aus der Diözese Stuttgart, was zu ersten sakralen Aufträgen, unter anderem auch zum ersten Altar führte. „Es ist dem Menschen angeboren, dass er kreativ sein muss, das Chaos strukturieren, seine Umgebung gestalten. Wir wollen alle unsere persönlichen Geschichten verarbeiten um zu erfahren, wer wir sind. Auch wenn das Künstlerische verborgen ist, so ist es dennoch in jedem angelegt“, ist Albrecht Zauner überzeugt.

Zeichnen am Boden

Joannis Avramidis, ein strenger Lehrer an der Uni, behauptete, man müsse zehn Jahre gezeichnet haben, bevor man die erste Skulptur beginnen könne. Für Zauner ist Zeichnen nach wie vor ein wichtiger Teil seiner Arbeit. Zeichnen sei direkter, schneller und selbstvergessener als die langsame Arbeit am Stein. Es benötige die totale Aufmerksamkeit, viel Energie und das Ausschalten des absichtsvollen Wollens. „Wenn man anfängt zu denken, kann man gleich aufhören. Ich arbeite während des Zeichnens am Boden. Mein Zeichnen ist ein bisschen wie meißeln, ich schlage die Bleistifte förmlich in das Papier, wobei sie oft abbrechen“, lacht der Künstler und bereitet weiter seine neue Ausstellung für das Milk Resort in Göfis vor. yas

<p class="caption">Zur Bildhauerei kam er über seinen Onkel Herbert Albrecht. </p>

Zur Bildhauerei kam er über seinen Onkel Herbert Albrecht. 

<p class="caption">Zeichnen ist für Zauner direkt, schnell und selbstvergessen. </p>

Zeichnen ist für Zauner direkt, schnell und selbstvergessen. 

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