Ein holpriger Weg zum Priester

Seit Sommer 2019 wirkt der Steyler Missionar als Kaplan in Dornbirn.  eh

Seit Sommer 2019 wirkt der Steyler Missionar als Kaplan in Dornbirn.  eh

Pater Inosens Reldi wirkt seit Sommer 2019 als Kaplan in Dornbirn.

Dornbirn Auf der Insel Flores in Indonesien geboren und aufgewachsen, führte den Pater Inosens ein weiter, holpriger Weg nach Dornbirn. Den Wunsch Priester zu werden, hegte er schon früh, mit elf Jahren.

Er stammt, wie er selbst sagt, aus einer einfachen Bauernfamilie. So war der Vater vom Berufswunsch seines Sohnes nicht sonderlich angetan, der seiner Meinung nach besser den Bauernhof übernehmen sollte. „Meine Mutter hingegen war begeistert“, erinnert sich Pater Inosens Reldi an Kindertage und erzählt weiter: Als Bub habe es ihn jedes Mal beeindruckt und innerlich bewegt, „wenn ein Priester zu uns gekommen ist. Es gab dann auch immer ein feines Essen.“ Nach der Grundschule schaffte er die Prüfung zur Aufnahme in das Priesterseminar zu seinem Bedauern nicht. Das konnte ihn aber von seinem Berufswunsch nicht abbringen. Stattdessen besuchte er die Mittelschule, danach drei Jahre das Gymnasium. Erst mit 18 schaffte er den Sprung. Bald danach trat er in die Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare ein.

Zum ersten Mal in Österreich

Über den Orden kam er 2014 zum ersten Mal nach Österreich. „Es war sehr kalt, als ich am Flughafen in Wien ausstieg. Ich hatte keine Winterjacke dabei. Ich war ja die warmen Temperaturen während des ganzen Jahres in meiner Heimat gewohnt“, lacht der junge Pater, als er über den ersten Eindruck eines für ihn fremden Landes erzählt. Die Steyler Ordensbrüder hätten ihm dann eine warme Jacke geschenkt, merkt er noch an.

Zuerst besuchte er einen siebenmonatigen Sprachkurs, um Deutsch zu lernen, bevor er nach Dornbirn kam, wo er in der Pfarre Hatlerdorf sein Praktikum absolvierte. „Am Anfang hatte ich oft Heimweh“, gesteht er ein. Auch die Kälte machte ihm zu schaffen, ebenso das ungewohnte Essen. „Es gab wenig Reis. In meiner Heimat essen wir schon zum Frühstück Reis.“ Zum Glück hatte er seine Gitarre dabei. Pater Inosens ist sehr musikalisch. „Mit Musik und Gottvertrauen lassen sich Hürden besser überwinden“, meint er rückblickend.

Zurück in die Heimat

Nach zwei Jahren kehrte er nach Hause zurück auf die kleine Insel Flores, auf der rund 90 Prozent der Einwohner Christen sind, die meisten davon Katholiken. Er studierte Philosophie und Theologie und wurde 2018 zum Priester geweiht. „Endlich“, sagt er. „Es war ein holpriger Weg.“

Zu seinem besonderen Jubiläum bekam er Besuch aus Dornbirn. Pfarrer Christian Stranz und ein paar Freunde aus der Pfarre Hatlerdorf feierten mit ihm die Priesterweihe und eine Woche später die Primiz. Groß war seine Freude auch über den mitgebrachten Fußball. Es war ein Geschenk von Jugendlichen aus Dornbirn, mit denen er oft und gerne Fußball gespielt hatte.

Jugendseelsorger

So kehrte er nach drei Jahren auch gerne wieder nach Dornbirn zurück, wo er vorher viele nette Bekanntschaften geschlossen hatte. Als Kaplan übernimmt er die priesterlichen Dienste. Daneben macht er noch die Ausbildung zum Jugendseelsorger. Somit kann er eine Lücke füllen, die durch den Priestermangel entstanden ist. Die Berge und die schöne Landschaft rund um Dornbirn gefallen ihm. Auch das Heimweh hat sich mittlerweile gelegt. „Die Leute hier sind hilfsbereit und offen“, resümiert der inzwischen 32-jährige Priester.

Bald ist Ostern, das höchste Fest der Christen. Obwohl derzeit wegen des Corona-Virus die Gottesdienste ausfallen, besteht Hoffnung, dass sich die Lage wieder verbessert. eh

<p class="caption">Pater Inosens Reldi mit seiner Familie zur Feier seiner Priesterweihe im September 2018 in seiner indonesichen Heimat.</p>

Pater Inosens Reldi mit seiner Familie zur Feier seiner Priesterweihe im September 2018 in seiner indonesichen Heimat.

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