Zwei Wochen als Skilehrer in Pakistan

Der 22-jährige Dornbirner Fink bringt seinen pakistanischen Schülern die ersten Schwünge bei.

Der 22-jährige Dornbirner Fink bringt seinen pakistanischen Schülern die ersten Schwünge bei.

Julian Fink aus Dornbirn engagierte sich bei einem Hilfsprojekt.

Dornbirn Seine Leidenschaft hängt am Skifahren und Bergsteigen. Seine soziale Seite lebt er beruflich aus. Im vergangenen Jahr hat Julian Fink (22) die Ausbildung zum Krankenpfleger begonnen. Daneben ist er ehrenamtlich bei der Bergrettung. Wenn sich dann das soziale Herz mit dem sportlichen verbinden lässt, schlägt es hohe Wellen. So sagte der Dornbirner rasch zu, als er kurz vor Weihnachten über das Sozialprojekt „Ski 4 Freedom“ ein Angebot als Skilehrer in Pakistan für zwei Wochen bekam.

„Nachdem mir meine Familie strikt davon abgeraten hat, bekam ich zeitweise schon ein mulmiges Gefühl, ganz allein dorthin zu fliegen“, sagt Julian Fink, schließlich ist Pakistan als Kriegsgebiet kein ungefährliches Pflaster. Das bekam er in Islamabad zu spüren. Als er gelassen durch die Großstadt schlenderte, bemerkte er, dass er weit und breit der einzige Tourist war, und aufgrund seines Aussehens sofort auffiel. Die Blicke der Einheimischen gingen ihm unter die Haut, ebenso wie die dort herrschende Armut.

Die Reise ging weiter nach Chitral, eine Stadt im Norden Pakistans. 23 Stunden habe die Fahrt in einem alten Kleinbus gedauert. „Es war eine wilde Fahrt“, erzählt er lachend und erwähnt Straßen, die bei uns kaum als solche bezeichnet würden. Als er aber die Herzlichkeit und enorme Gastfreundschaft der Pakistani im Bergdorf Booni erlebt habe, verblassten die Erinnerung an die wilde Fahrt und das unangenehme Gefühl in der Großstadt schnell. In Booni hat die Delegation mit 50 Personen in Herbergen übernachtet, bevor der Tross zum Basislager auf 3100 Metern aufstieg. 20 Zelte wurden aufgebaut, dann endlich Skivergnügen. „In dieser einmaligen Berglandschaft stand kein einziger Lift, was bei uns unvorstellbar wäre“, erzählt Fink. Trotzdem waren die jungen Pakistani hochmotiviert, die ersten Schwünge im Schnee zu wagen. Es waren auch einige Frauen in der Gruppe, „was in diesem Land nicht selbstverständlich ist“, sagt der 22-Jährige und gibt obendrein Aufschluss über das Ziel des Hilfsprojekts: Der aus österreichischen Spendengeldern finanzierte Skikurs gibt Einheimischen die Chance, das Skifahren zu erlernen. Damit soll der Tourismus in diesem wirtschaftlich unterentwickelten Land angekurbelt werden.

„Riesiger Erfolg“

„Alles in allem: Es war ein riesiger Erfolg“, resümiert der junge Dornbirner. Er sei glücklich, das Abenteuer gewagt zu haben und dankbar, wieder heil daheim angekommen zu sein. Besonders, da am Tag nach seiner Ankunft von einem Terroranschlag im Süden Pakistans berichtet wurde. „Doch es hat sich gelohnt, ich konnte dabei nicht nur die wunderschöne Landschaft, sondern auch die Kultur dieses Landes hautnah erleben.“ Er schwärmt von der Gastfreundschaft und denkt gerne an die Abende zurück, „als wir gemeinsam aßen, lachten, musizierten und tanzten“. eh

<p class="caption">Julian Fink kombinierte seine soziale mit der sportlichen Neigung. Fink</p>

Julian Fink kombinierte seine soziale mit der sportlichen Neigung. Fink

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