Bahnhofs-Provisorium in den Seeanlagen?

Bürgermeister Michael Ritsch kann sich eine Überbauung von Bahn und Straße vorstellen. Das Container-Provisorium für den Bahnhof soll laut ÖBB in den Seeanlagen entstehen. VN/Pauitsch

Bürgermeister Michael Ritsch kann sich eine Überbauung von Bahn und Straße vorstellen. Das Container-Provisorium für den Bahnhof soll laut ÖBB in den Seeanlagen entstehen. VN/Pauitsch

Bürgermeister Ritsch schlägt vor, in Bregenz solle Ausweichbahnhof auf dem Areal der Seestadt entstehen.

BREGENZ Ein großes Thema beim Kampf um den Bürgermeistersessel im Bregenzer Rathaus waren Bahn und Landesstraße, die die Stadt vom See trennen. Die Vision von Bürgermeister Michael Ritsch, beides unter die Erde zu bringen, lebt, doch die Realität sieht wohl anders aus: Die Verträge mit den ÖBB sind unterzeichnet „…und wenn die Bahn will, kann sie morgen mit dem Neubau des Bregenzer Bahnhofs beginnen“, so der Bregenzer Stadtchef, der die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hat, dass die Bahn doch noch einlenken würde. Für die ÖBB wäre es eine Milliarden-Investition, der kein entsprechender Nutzen für sie bringt.

Bregenz nur Nebenschauplatz

Die beiden großen Alpentransversalen sind der Brenner, dessen Basistunnel sich im Bau befindet, und der Gotthard, dessen Basistunnel bereits in Betrieb ist. Bregenz ist dabei nur ein Nebenschauplatz. Der Güterverkehr zu den bedeutenden Seehäfen läuft über Basel und von dort den Rhein abwärts. Inzwischen ist die elektrifizierte Strecke von Zürich nach München in Betrieb. Ab Lindau allerdings großteils eingleisig, da spielen die wenigen eingleisigen Kilometer entlang dem Seeufer von Bregenz bis Lochau-Hörbanz keine Rolle.

Auch die zuständige Grüne Infrastrukturministerin Leonore Gewessler steht einer Unterflurtrasse im Bereich Bregenz ablehnend gegenüber.

Weitere Pläne in der Schublade

Michael Ritsch hofft aber zumindest noch, dass in seiner Amtszeit wenigstens die Straße unter die Erde kommt. Er hätte aber noch weitere Pläne in der Schublade. Etwa eine Überbauung von Bahn und Straße. „Nur müssten dazu neben der ÖBB auch das Land die Prisma und Rhomberg ihren Segen geben.“ Realität ist hingegen, dass die ÖBB bereits an der Planung eines Ersatzbahnhofes für die Bauzeit des neuen Bahnhofs (an alter Stelle) arbeitet. Da sieht Michael Ritsch noch großen Diskussionsbedarf. Die ÖBB möchten nämlich das Container-Provisorium in den Seeanlagen errichten. Die Grundstücke dafür müsste die Stadt zur Verfügung stellen.

Auf jeden Fall wird der Zugang zu den Gleisen über die Hypopassage erfolgen, die dafür entsprechend ausgebaut wird. Fix ist auch, dass die Bahnsteigdächer bis zur Hypopassage, dem neuen Zugang zu den Zügen, vorgezogen werden, damit man bei Regen nicht nass wird.

Auch dem Vorschlag eine Fahrspur der L 190 für den provisorischen Busbahnhof zu nutzen, kann Ritsch nichts abgewinnen. Sein Vorschlag: Busbahnhof und Ausweichbahnhof auf dem Areal der Seestadt errichten. Dafür müssten sich die ÖBB mit Prisma einigen. Gespräche zu diesem Themenkomplex gab es bereits. Eine Entscheidung liegt noch nicht vor. Fst

„... und wenn die Bahn will, kann sie morgen mit dem Neubau des Bregenzer Bahnhofs beginnen.“

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