Vn-Heimat-Serie. Denkmalgeschützte Gebäude im Bezirk Bregenz

Das Haus der Hundsgräfin

Von 1824 bis 1828 bewohnte die Geliebte von Napoleon, Emilie Kraus, Baronin von Wolfsberg, die Villa in der Kolumbanstraße 2 in ­Bregenz.  mec

Von 1824 bis 1828 bewohnte die Geliebte von Napoleon, Emilie Kraus, Baronin von Wolfsberg, die Villa in der Kolumbanstraße 2 in ­Bregenz.  mec

Geliebte Napoleons bewohnte Villa in der Bregenzer Kolumbanstraße.

Bregenz Von 1824 bis 1828 bewohnte Emilie Kraus, Baronin von Wolfsberg, die Villa in der Kolumbanstraße 2 in Bregenz. Sie war ab 1805 mehrere Jahre die Geliebte des französischen Kaisers Napoléon I. und als „Hundsgräfin“ bekannt.

Der zweigeschoßige, ländliche Fachwerkbau stammt aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Hier wohnten Franz Josef Waitzenegger, ein österreichischer Theologe und Historiker, Emilie Kraus von Wolfsberg und Faustin Ens, ein deutscher Gymnasiallehrer und Landvermesser.

Die frühen Jahre der Baronin

Die berühmteste Bewohnerin des Hauses war Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg, geboren 1785 in Idria (Slowenien). Ihr Taufname war Eva Lucia Cecilia Victoria, sie war die Tochter eines Bergbau-Schichtmeisters aus den Quecksilberbergwerken Idrias und der Lehrerstochter Rosalia Schlibar. Eigentlich wuchs die spätere „Hundsgräfin“ in ärmlichen Verhältnissen auf. Der k.k. Offizier Philipp (von) Mainoni bot den Eltern an, in Wien für eine gute Ausbildung des Mädchens zu sorgen. Als der Vater früh verstarb, willigte die Mutter 1795 schließlich ein und gab die zehnjährige Tochter in die Hände ihres Ziehvaters. Die Erziehung des Mädchens und ihr Auftreten machte Emilie Victoria gesellschaftsfähig. Als Napoleon 1805 in Wien einmarschiert war, nahm Mainoni seine mittlerweile 20-jährige Ziehtochter mit, die inzwischen als Schönheit galt. Auf einen Empfang von Führungskräften der k.k.-Verwaltung im Schloss Schönbrunn fiel sie dem Kaiser der Franzosen auf und begann mit ihm eine Affäre.

Mit Napoleon bei Feldzügen

Der damals berühmteste Wiener Porträtist, Johann Baptist von Lampi, malte Emilie auf Auftrag von Napoleon als Venus. Sie begleitete Napoleon jahrelang auf seinen Feldzügen – als Bursche verkleidet. In den dazwischen liegenden Friedenszeiten lebte sie in der Nähe von Paris, allerdings durfte sie nicht gegenüber Napoleons erster Frau Josephine in Erscheinung treten und musste ein Doppelleben führen. Sie lebte versteckt in den Tuilerien; nur ein Kammerdiener kannte ihre Identität. Nach der verlorenen Schlacht von Waterloo zeichnete Napoleon den Ziehvater Emilies, Philipp Mainoni, mit dem Offizierskreuz der von ihm geschaffenen Ehrenlegion aus und adelte Emilie zur Baronin bzw. Freiin von Wolfsberg.

Ab 1824 in Bregenz

Sie heiratete 1817 den Wiener Rechtsanwalt Johannes Michael Schönauer, ließ sich aber drei Jahre später wieder von ihm scheiden und zog 1824 nach Bregenz. Dort bewohnte sie bis 1828 die heute denkmalgeschützte Villa in der Kolumbanstraße 2, die heute noch als Hundsgräfinhaus bekannt ist.

Opulentes Grabmal für die Mutter

Vor ihr hatten in diesem Haus u. a. Franz Josef Weizenegger (von 1815 bis 1822) und nach ihr Faustin Ens (von 1848 bis 1858) gewohnt. 1826 starb Emilies Mutter, deren Gedenken sie ein opulentes Grabmal widmete.

Im gleichen Jahr lernte sie den 14 Jahre jüngeren Vorarlberger Barbiergesellen Vinzenz Brauner kennen, der ihr Lebensgefährte wurde und mit dem sie zwei Jahre später nach Salzburg umzog. mec

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