Meilenstein für E-Mobilität auf Bodensee

So werden die geplanten elektrisch betriebenen Passagierschiffe der BodenseeSchiffsbetriebe (BSB) aussehen.  BSB

So werden die geplanten elektrisch betriebenen Passagierschiffe der BodenseeSchiffsbetriebe (BSB) aussehen.  BSB

2022 soll erstes elektrisch betriebenes BSB-Schiff in Betrieb gehen.

Bregenz, KOnstanz Mit der neuen Fähre, die mit einem umweltfreundlichen Gasantrieb ausgestattet wird, haben die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) einen richtungsweisenden Schritt getan – jetzt wird in Konstanz ein neuer Meilenstein gesetzt, denn das Unternehmen hat sich zum Bau eines neuartigen Schiffes entschlossen, das elektrisch betrieben wird. Der Einstieg in die E-Mobilität soll bereits 2022 erfolgen, so Pressesprecher Josef Siebler. Mittelfristig soll bis etwa 2025 ein weiteres E-Schiff in See stechen und mindestens ein dieselbetriebenes Schiff ersetzen.

Flotte wird neu ausgerichtet

Neben der E-Mobilität ist auch eine weitere Maßnahme geplant. „Wir werden unser Flottenkonzept neu ausrichten, denn unsere Schiffe sollen noch umweltfreundlicher werden. Der Bau dieser beiden Schiffe ist der erste wichtige Baustein, um die Flotte weiter vom Kohlenstoff der fossilen Brennstoffe wegzukommen”, sagt Christoph Witte, der technische Leiter der BSB und Mitglied der Geschäftsführung. Bis zum Jahr 2030 sollen die Emissionen der Fahrgastschifffahrt weiter deutlich reduziert werden.

Daher bereiten die BSB neben der Beschaffung der neuen elektrischen Schiffe die Umstellung der Bestandsflotte auf E-Fuel, also umweltfreundlichere synthetische Kraftstoffe, vor.

Ein „grünes Vergnügen“

Anders als bei den Fährschiffen, die rund um den See die Straße entlasten und auf kurze Fahrtzeiten ausgerichtet sind, geht es beim neuen E-Schiff nicht um Geschwindigkeit, sondern ganz im Gegenteil um das Genießen einer Schiffsfahrt, die auf geringes Tempo und damit auf zusätzliches Energiesparen ausgerichtet ist.

Das Schiff ist mit maximal 15 Stundenkilometern unterwegs und schafft damit für die Passagiere ein „grünes Vergnügen“, denn der Stromverbrauch wird dadurch so reduziert, dass die Energie für den ganzen Tag reicht. Das Freideck wird komplett mit Solarzellen überdacht.

Maßgeschneiderte Bauweise

Zum Energiesparen trägt auch die Konzeption des Schiffes bei: Die Bauweise entspricht dem Katamaran-Prinzip, wodurch ein geringerer Schiffswiderstand im Vergleich zum konventionellen Einrumpf-Schiff erreicht wird. Christoph Witte: „Die E-Schiffe sind zudem kleiner und durch die Aluminium-Konstruktion leichter als die Standardschiffe. Damit sinkt die Schiffsantriebsleistung und der Energieverbrauch wird reduziert.“ Die Schiffe bieten Platz für 300 Passagiere, auf dem Vordeck wird Platz für Fahrräder und Passagiere sein.

Leuchtturm der Binnenschifffahrt

Witte denkt auch noch weiter: „Wir sehen die E-Schiffe als Prototypen, mit denen wir den Schiffsbetrieb der Zukunft testen und ausbauen können. Derzeit engagieren sich die BSB bei einer Vielzahl von alternativen Antriebsprojekten in der Schifffahrt. Wir möchten hier am Bodensee den Leuchtturm für die Zukunft der Binnen-Fahrgastschifffahrt setzen.“ Und auch für die Erprobung der neuen Schiffsgeneration ist vorgesehen: „Was wäre besser geeignet zur Erprobung des Schiffsbetriebs der Zukunft als die Verbindung der Blumeninsel Mainau mit den Pfahlbauten in Uhldingen im Dreieck mit Meersburg“, so BSB-Geschäftsführer Frank Weber. STP

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