Ein etwas anderes Date

von Redaktion

Michael Müller füttert gerade seine sieben Alpakas. Mit ihnen bietet er Wanderungen in Thüringerberg an.  Böcken

Thüringerberg Sieben Alpakas stehen im neu gebauten Stall von Michael Müller. Carlo, Bambini, Mozart, Lu, Amata, Maravilla und Manolito können die unverbaute Sicht auf die umliegenden Berge genießen, sich sonnen, faulenzen und sich die Mägen vollschlagen, wenn Michael Müller mal wieder mit Leckerlis vorbeikommt. Seit Sommer 2019 bietet Müller Wanderungen mit seinen Alpakas an. Zunächst gingen Freunde, Familien und Arbeitsgruppen mit den Tieren spazieren, dann hatte Michael Müller aber die Idee, solche Wandertouren auch für Singles anzubieten. Fünf Männer und fünf Frauen lernen sich dann während eines Rundgangs mit den Tieren kennen. Dabei läuft das Treffen wie bei einem Speeddating ab. Alle 15 Minuten wechseln die Männer bzw. Frauen ihren Wanderpartner, sodass jeder mal mit jedem für ein Alpaka zuständig ist. Die restlichen zwei Alpakas bleiben im Stall. Momentan sind zwei der Tiere trächtig, weshalb diese sowieso von der fünf Kilometer langen Wanderung ausgenommen sind.

Eine Stunde lang gehen die Singles mit den Alpakas spazieren. Insgesamt dauert die Tour circa zweieinhalb Stunden. Brotzeit wird auf der Burgruine Blumenegg gemacht. Die Anzahl der Touren hängt von den Anmeldungen ab. Letztes Jahr waren es zwölf. Dabei stellt Michael Müller verschiedene Altersgruppen zusammen, sodass die Vorarlberger Singles bei der Wanderung in etwa im gleichen Alter sind. Besonders gefragt ist die Alpaka-Wanderung bei den 30- bis 40-Jährigen.

Ab Juni können auch Paare mit den Alpakas spazieren gehen. Neben einem Aperitif erwartet die Paare nach der Wanderung ein 3-Gänge-Menü mit einer Flasche Wein im Gasthof Sonne in Thüringerberg. Die Gäste können beim Hauptgericht zwischen Fisch, Fleisch und vegetarisch wählen. Anmelden kann man sich für den Sommer jetzt schon auf der Internetseite www.holzmichlsalpakas.at/paarwandern.

Die Alpaka-Familie wird größer

„Du musst schon einen Vogel haben, um Alpakas zu haben“, grinst der 38-Jährige. Er hat damals einen Zeitungsbericht über einen Alpaka-Züchter aus der Steiermark gelesen und war danach von den Tieren begeistert. Also besuchte er einen Grundlagenkurs zur Haltung von Alpakas in der Schweiz und schaffte sich im Mai 2018 die ersten drei Tiere an. Im November des gleichen Jahres kamen dann zwei weitere hinzu. Die ersten zwei Jungen wurden ein Jahr später geboren. Und die Alpaka-Familie wächst weiter, denn im Sommer kommen schon die nächsten zwei Jungen zur Welt. „Alle haben ihren eigenen Charakter“, erzählt der 38-Jährige aus Thüringerberg. Maravilla zum Beispiel will immer fressen, während Mozart, der ein Übergebiss hat und deswegen der „Checker“ genannt wird, nie Lust zu gehen hat. Alpakas sind grundsätzlich eher scheue Tiere, die nicht gerne gestreichelt werden. „Aber am Halfter geht das Spazierengehen gut“, sagt Michael Müller, der hauptberuflich im Bereich Logistik und Einkauf bei der DOMA Solartechnik arbeitet. Er erzählt auch von einem Heiratsantrag letztes Jahr. Dabei hatte Carlo den Verlobungsring um den Hals hängen, während die Glückliche ahnungslos die Alpakas auf der Wiese fütterte. Der Antrag wurde sogar mit drei versteckten Kameras gefilmt.

Ob sich bei der Alpaka-Wanderung schon Vorarlberger ineinander verliebt haben, weiß Müller nicht. Doch ein zweites Date gab es bei einigen durchaus. Und auch bei Paaren dürfte dieses Erlebnis bestimmt noch länger in Erinnerung bleiben. VN-JUN

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