Nächster Anlauf für Quadrella-Tankstelle

von Joachim Schwald
Das Drehkreuz wurde durch ein Schiebe­tor ersetzt. VN/JS

Das Drehkreuz wurde durch ein Schiebe­tor ersetzt. VN/JS

Scheier Immo GmbH hat bei der BH Bludenz um Baubewilligung angesucht. Tankstelle im Bremschl soll dennoch bleiben.

BÜRS Die auf dem Betriebsgelände der Firma Scheier in der Bremschlstraße in Bürs betriebene Tankstelle hat in der Vergangenheit bereits mehrfach für Aufregung gesorgt. Seit fast 25 Jahren steht die Tankstelle mit den 20 Lkw-Stellplätzen samt zweier Container im Mittelpunkt von Kritik durch die Anrainer. Sie beklagen Lärmbelästigungen durch Schwerfahrzeuge auch in der Nacht.

Gemeinde begrüßt Projekt

Wie den Kundmachungen der BH Bludenz zu entnehmen ist, hat die Scheier Immo GmbH Anfang November um die Erteilung der Baubewilligung und gewerberechtlichen Genehmigung für die Errichtung einer Tankstelle samt Lkw-Abstellplätzen im Betriebsgebiet Quadrella angesucht. Im Betriebsgebiet an der Autobahnausfahrt Brandnertal gehört dem umtriebigen Unternehmen eine rund 15.500 Quadratmeter große Fläche. Während sich andere Firmen hier bereits niedergelassen haben, scheiterte das Tankstellenprojekt in der Vergangenheit immer wieder, wie der Bürser Bürgermeister Georg Bucher weiß. „Für uns als Gemeinde wäre es eine tolle Sache, wenn das Projekt, das seit über 20 Jahren im Gespräch ist, nun endlich zustande käme und die Tankstelle in der Quadrella realisiert werden könnte“, so der Bürgermeister. Ganz daran glauben will Bucher aber noch nicht. „Vorverhandlungen hat es schon öfter gegeben. Es wurden auch mehrfach Einreichpläne, die nicht genehmigungsfähig waren, vorgelegt“, glaubt Bucher erst an eine Realisierung, wenn die Bagger tatsächlich auffahren.

Geschäftsführer Christoph Scheier wollte sich mit Verweis auf die coronabedingt auf Mitte Jänner verschobene Augenscheinsverhandlung gegenüber den VN nicht zum gegenwärtigen Projekt äußern. Dieses umfasst neben vier Lkw- auch zwei Pkw-Tankstellen. Zudem sollen Abstellflächen für die Fahrzeuge sowie ein Aufenthaltsbereich mit Kaffeeautomaten, Waschmaschinen, Duschen und WCs neu geschaffen werden. „Der Lkw-Hof in der Quadrella sollte so ansprechend sein, dass diese Tankstelle gerne angefahren wird und Lkw-Fahrer hier ihre Stehzeit gut verbringen können“, hofft Bürgermeister Bucher, der mit dem Verweis auf die schier überquellenden Raststationen entlang der A14 überzeugt ist, dass es solche Abstellflächen dringend braucht.

Bremschl-Tankstelle bleibt

Wer glaubt, dass die neue Tankstelle das Aus für jene in der ­Bremschlstraße bedeutet, irrt aber. „Die Tankstelle im Bremschel wird nicht geschlossen“, bestätigt Bürgermeister Bucher, der in Bezug auf die geplante Tankstelle in der Quadrella dennoch von einer „großen Erleichterung für die Anwohner“ spricht. Um die Bewohner zusätzlich vom Schwerverkehr zu entlasten, soll künftig eine Lkw-Leitung erfolgen, die den Schwerverkehr an der Bremschelstraße vorbei über den Almteilweg leiten wird.

„Ich würde mich vor allem für die Bremschl-Bewohner sehr freuen.“

Durchgang im Bremschl
bleibt weiter Zankapfel

Bürs Während in Sachen Scheier-Tankstelle nun möglicherweise eine Besserung in Sicht ist, scheinen die Fronten in Sachen Passierbarkeit des Scheier-Areals auf dem Weg entlang der Ill weiter verhärtet. Wie berichtet hatte das Unternehmen einen kleinen Flecken Grund von der Gemeinde gekauft und umgehend ein Drehkreuz aufgestellt. Dadurch konnten Radfahrer und Menschen im Rollstuhl den beliebten Weg entlang der Ill nicht mehr benutzen.

Selbst Vermittlungsversuche durch Bürgermeister Georg Bucher blieben erfolglos. Zwar wurde das Drehkreuz inzwischen abgebaut, dafür wurde es durch ein Tor ersetzt. Unmittelbar daneben ermöglicht eine Drehtür den Durchgang für Fußgänger. „Wir sind der Meinung, dass das ein Bauwerk und daher genehmigungspflichtig ist“, begründet Bürgermeister Bucher den zugesendeten Abbruchbescheid. Dieser liegt seit Kurzem beim Landesverwaltungsgericht. „Das Schiebetor schreckt die Menschen ab. Hinzu kommt, dass die Gemeinde ein Zufahrtsrecht hat. Dafür ist allerdings ein Chip für das Schiebetor nötig. Wir sollten aber einen uneingeschränkten Zugang haben, um im Ernstfall schnell zur Ill zu gelangen“, so Bucher, der frühestens in einem Dreivierteljahr mit einer Entscheidung rechnet. Auch zu diesem Fall war seitens der VN von Geschäftsführer Christoph Scheier kein Statement zu bekommen.

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