Leben von Pater Müller in Schriftreihe veröffentlicht

Christof Thöny, Wilhelm Lorünser, Rudolf Müller und Thomas Bargehr (v. l.) bei der Präsentation des ersten Bandes der neuen Schrift­reihe „Klostertaler Lebensbilder“. DOB

Christof Thöny, Wilhelm Lorünser, Rudolf Müller und Thomas Bargehr (v. l.) bei der Präsentation des ersten Bandes der neuen Schrift­reihe „Klostertaler Lebensbilder“. DOB

Der Museumsverein Klostertal arbeitet an einer neuen Schriftreihe, welche Klostertaler Lebensbildern gewidmet ist.

Braz Band eins der neuen Schriftreihe „Klostertaler Lebensbilder“ ist Anton Müller, Jesuitenpater aus Braz, gewidmet. „Mit dieser Broschüre möchten wir den Lebensweg von Pater Anton Müller würdigen. Mit diesem Band möchten wir bei so manchem Zeitzeugen Erinnerungen wachrufen und den jungen Klostertalern Lebensbilder näherbringen“, so Christof Thöny anlässlich der Präsentation.

Anton Müller stammte aus Innerbraz und wurde am 23. September 1922 geboren. Er verbrachte seine Kindheit in seinem Elternhaus an der Arlbergstraße, besuchte die Schule in Innerbraz und wechselte nach der achtjährigen Volksschule ins Gymnasium nach Feldkirch. Der damalige Pfarrer Bohle förderte den Ausbildungsweg von Anton Müller. Der Zweite Weltkrieg veränderte sein Leben jedoch dramatisch.

Kriegszeit

Wie praktisch alle Jugendlichen wurde auch Müller in die Hitlerjugend aufgenommen. Im Alter von nicht ganz 20 Jahren wurde er in die Wehrmacht einberufen. Der Krieg führte ihn an mehrere Orte bis in die arktische Tundra – wo er sich 3000 Kilometer von der Heimat entfernt im Kampfeinsatz befand. Interessante Fakten über seine Zeit als Soldat bietet das „Soldbuch des Gefreiten Toni Müller“ und die erhaltene Feldpost. Nach vier Jahren Militärdienst kam er ins Priesterseminar nach Innsbruck und lernte den Jesuitenorden kennen. Er absolvierte das Priesterstudium sowie die Ordensausbildung. Am 25. Juli 1955 wurde er in Innsbruck zum Priester geweiht.

Primiz in der Heimat

Seine Primiz in Braz am 31. Juli 1955 wurde von der Brazer Bevölkerung aufgrund der Seltenheit entsprechend groß gefeiert. Als Priester war Anton Müller in Wien-Alsergrund und Innsbruck beschäftigt. Zwischendurch war er auch in München im Auftrag des Ordens im Einsatz. Sein Lebenswerk war der Aufbau der Pfarrgemeinde Endresstraße.

Seiner Heimatgemeinde Braz und seiner Familie blieb Pater Anton Müller auch von Wien aus immer verbunden. Ob Familienfeiern oder Bergtouren in der Klostertaler Bergwelt – bei seinen Heimatbesuchen war er immer ein angesehener Gast. Im Alter von 71 Jahren übernahm er die Leitung der Gemeinschaft an der Marienkirche in Steyr. Der Abschied von seinen Lieben in der Gemeinde Endresstraße fiel ihm schwer. Sein 40-jähriges Priesterjubiläum feierte Pater Müller in Braz. Die Festlichkeit wurde vom örtlichen Musikverein, vielen Familienmitgliedern sowie der Brazer Bevölkerung begleitet.

Gedenktafel am Priestergrab

Am 13. Dezember 1995 verstarb Pater Müller in Steyr. Dem Wunsch seiner Heimatgemeinde, ihn in Braz bestatten zu dürfen, wurde durch den Jesuitenorden nicht entsprochen. Er wurde am Friedhof in Wien-Lainz bestattet. Heute erinnert eine Inschrift auf der neuen Gedenktafel am Priestergrab von Braz an den von hier stammenden Jesuitenpater.

25. Todestag

An seinem 25. Todestag präsentierte Obmann Christof Thöny (Museumsverein Klostertal) nach dem Gottesdienst zum dritten Adventsonntag Band eins der neuen Schriftreihe „Klostertaler Lebensbilder“, der interessante Fakten des Lebens von Anton Müller und viele Bilder seines Lebens enthält. Er bedankte sich besonders bei Rudolf Müller und Wilhelm Lorünser für das wertvolle Bildmaterial und den interessanten Nachlass ihres Onkels. Die Broschüre „Anton Müller – Jesuitenpater aus Braz“ aus der Schriftreihe „Klostertaler Lebensbilder“ ist beim Museumsverein Klostertal erhältlich. DOB

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